Montag, 26. Jänner 2009

Aufnahmeverfahren und Bachelor für alle: Neue Ausbildung für Lehrer in Österreich

  • Experten-Vorschläge bis Jahresende auf dem Tisch
  • Schmied und Hahn wollen "beste Köpfe" finden

Die Lehrerausbildung in Österreich soll neu gestaltet werden. Eine Expertenkommission soll bis Jahresende die Eckpunkte für die Reform erarbeiten. Klar ist bisher, dass es eine Ausbildung auf tertiärem Niveau mit den Abschlüssen Bachelor und Master für alle Pädagogen, ein Aufnahmeverfahren in Form einer Studieneingangsphase und eine verstärkte Durchlässigkeit zwischen den Schultypen geben wird.

Derzeit werden Pflichtschullehrer an Pädagogischen Hochschulen, AHS-Lehrer an Universitäten und Kindergartenpädagogen an fünfjährigen höheren Schulen mit Matura als Abschluss ausgebildet. Von einer "gemeinsamen Ausbildung aller Lehrer", wie sie in der Vergangenheit immer wieder diskutiert wurde, war bei der Vorstellung der Vorschläge durch Unterrichtsministerin Schmied und Wissenschaftsminister Hahn keine Rede mehr.

"Besten Köpfe" finden
Für Schmied und Hahn geht es darum, die "besten Köpfe" für den Lehrberuf zu finden. Das soll auch ein Aufnahmeverfahren für alle angehenden Pädagogen gewährleisten. Schmied ist dabei gegen punktuelle Tests. Die Eingangsphase soll stattdessen den Studenten klarmachen, ob sie für den Lehrberuf geeignet sind, sowie auch zu einer Entscheidung der Institution führen, ob der Student aufgenommen wird.

Mit dem neuen System soll der Lehrberuf auch attraktiver und spannender gemacht werden. Dies gelte vor allem auch für Männer. So waren 2006/07 unter den 793 Absolventen von Lehramtsstudien an Unis nur 218 Männer. Wichtig ist Schmied daher die verstärkte Durchlässigkeit zwischen den Schultypen, derzeit sei ein Volksschullehrer immer ein Volksschullehrer. So sollte es die Möglichkeit geben, Schularten oder Alterskategorien zu wechseln, um etwa Burn-out entgegenzuwirken, sagte Hahn. Zudem soll der Zugang zum Lehrberuf für Quereinsteiger erleichtert werden.

(apa/red)

26.1.2009 14:13