Montag, 26. Jänner 2009

Stöger lehnt Hauptverbandsvorschläge ab:
"Übertriebene Profilierung" des neuen Chefs

  • Lehnt erneuete Diskussion der Aut-idem-Regelung ab
  • Zurückhaltende Worte in Sachen Qualitätskontrolle

Gesundheitsminister Stöger lehnt die umstrittenen Reform-Vorschläge des neuen Hauptverbandschefs Schelling ab. Er ortet eine "übertriebene Profilierung" des neuen Kassenchefs. Explizite Ablehnung Stögers kommt zur Anregung, die Aut-idem-Regelung erneut zu diskutieren, also dem Apotheker statt dem Arzt die genaue Verschreibung des Medikaments zu überlassen.

Stöger betonte, schon in der Früh "aktiv" mit Ärztekammer-Präsident Dorner über die Vorschläge Schellings gesprochen zu haben, die dieser am Wochenende kundgetan hatte. Ihm gehe es darum, nicht Öl ins Feuer zu gießen sondern vielmehr eine konstruktive Zusammenarbeit anzugehen. Das Regierungsprogramm mache hier klare Vorschläge.

Klare Vorgaben der Ärzte notwendig
Nein sagt Stöger dazu, dass künftig nur noch der Wirkstoff von den Ärzten angegeben und dann das billigste mögliche Produkt vom Apotheker ausgewählt wird. Er sei zwar für eine ökonomische Verschreibepraxis, habe aber die klare Meinung, dass in einer ohnehin unsicheren Zeit das Verhältnis von Arzt und Patient nicht noch weiter irritiert werden sollte. Die Menschen müssten von den Medizinern eine klare Vorgabe haben, welche Medikamente sie brauchten.

Eher zurückhaltend äußert sich der Minister, was die Qualitätskontrollen für Ärzte angeht, die bisher von einer Quasi-Subfirma der Ärztekammer übernommen wird - eines der Hauptstreitpunkte der vor dem Sommer gescheiterten Gesundheitsreform. Der Gedanke Schellings, hier eine externe Prüfung einzuführen, wird von Stöger nicht direkt bewertet. Es müsse überall ein Qualitätsmanagement geben und das werde "jemand machen, der von der Sache etwas versteht". Wer genau das sein wird, werde Gegenstand von Verhandlungen sein. (apa/red)

26.1.2009 21:55