Politschläger und ÖVP-SPÖ-Kuschelkurs: Über die Wahlkampfstimmung in Salzburg
- Atha Athanasiadis, NEWS-Chefredakteur

So wird das nichts. Strache versucht Probleme mit dem verbalen Baseballschläger zu lösen. SPÖ und ÖVP kuscheln derweil.
An den Wahlplakaten erkennt man, wer wirklich gewinnen will. Die Bundesstraße von Leogang nach Lofer. An größeren Kreuzungen hängen sie die Botschaften der Salzburger Politiker. Da gibt es mal das Plakat der SPÖ. Mein Leben. Meine Leute. Meine Landeshauptfrau steht da. Gabi Burgstaller sitzt etwas deplatziert auf einem Vespa-Roller. Umringt von Jugendlichen. Und? Was will sie uns sagen? Richtig. Wir haben uns alle lieb. Mehr? Nein.
Das BZÖ und die ÖVP plakatieren auch irgendwas. Letztere Haslauer, Eberle, Eisler. Das Team, das mehr bewegt. Ein echter Siegerslogan. Optisch aufgemacht wie die Werbung für ein Nagelstudio in der Vorstadt. Tja, und dann gibt es noch die FPÖ: Arbeit & Moral statt Gier & Kapital. Heimatland in Heimathand.
Tja. Da ist leider alles drinnen. Neid. Abscheu gegen alles Fremde. Und das Versprechen, dass wenn die, die anders sind und mehr haben, weg sind, alles viel besser wird. Eine klare Botschaft. Werbung, auf den Punkt gebracht. Der Salzburger Wahlkampf und das zu erahnende Wahlergebnis sollten die Alarmglocken läuten lassen.
Wenn der Politik von H.-C. Strache nicht bald etwas entgegengesetzt wird, dann wird diese Republik ihr blaues Wunder erleben. Denn H.-C. ist zurzeit der Einzige, der auf die Ängste der Menschen Antworten gibt. Es sind Antworten der Aggression. Der Niedertracht. Aber es sind Antworten.
SPÖ und ÖVP setzen derweil auf Kuschelkurs und rosa Wolken. Gegen Strache ist das der falsche Kurs. Gegen Strache hilft nur beherztes Auftreten. Man gewinnt nicht, wenn man Strache Angebote macht. Man gewinnt, wenn man ihm entgegentritt. Man gewinnt, wenn man Menschen die Angst nimmt. Vor der Krise. Dem Leben. Dem, was fremd ist. Das würde Mut implizieren. Der fehlt aber offenbar. Ein Drama.
