Energiebehörde zieht Lehren aus Gaskrise:
E-Control schlägt Infrastruktur-Ausbau vor
- Analyse der Gaskrise erfolgt in den nächsten Wochen
- Industrie und E-Wirtschaft stellen wieder auf Gas um

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Chronologie: Wie kam es zur Auseinandersetzung?
Obwohl wieder russisches Erdgas nach Österreich fließt, lässt der Energie-Regulator das Krisenmanagement vorläufig noch weiter aufrecht, da die Stabilität der Anlieferungssituation in den nächsten Tagen noch zu beobachten sein werde, wie die E-Control erklärte. Um solche Krisen künftig noch besser meistern zu können, sollten die Transportinfrastruktur und die Speicher ausgebaut und die Datengrundlage verbessert werden, fordert E-Control-Chef Walter Boltz als Konsequenz aus dem ukrainisch-russischen Gaskonflikt.
Österreich habe die Situation unter marktwirtschaftlichen Bedingungen weitaus besser managen können als Länder, die bei der Liberalisierung des Energiemarktes noch im Rückstand sind. So hätten etwa in einigen Süd-Osteuropäischen Ländern angeordnete Abschaltungen von Großkunden die Marktmechanismen außer Kraft gesetzt und alternative Versorgungsmöglichkeit erst verspätet aktiviert.
Analyse der Gaskrise steht an
Daher werde die E-Control in Kooperation mit allen Marktteilnehmern die Gaskrise analysieren und einen umfassenden Bericht an Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner erstellen, kündigte Boltz an. Die Krise habe aber gezeigt, dass Projekte wie der TAG-Pipeline-Ausbau bzw. die Möglichkeit, Gas auch gegen die Flussrichtung zu transportieren, die Errichtung der Tauerngasleitung (TGL), aber auch des LNG-Terminals in Krk, eine strategische Bedeutung hätten.
Auch das heimische Transit- und Fernleitungssystem müsse hinsichtlich weiterer Anbindungsmöglichkeiten an ausländische Netze erweitert werden - so wären auch Hilfslieferungen nach SO-Europa leichter möglich gewesen, betont Boltz: "Die Flussrichtungen in den Fernleitungen oder Transitnetzen müssen flexibler gestaltet werden. Dazu sind oft nur geringfügige Investitionen notwendig." Den Ausbau der Gas-Speicherkapazitäten hatte für die nächsten Jahre bereits Wirtschaftsminister Mitterlehner in Aussicht gestellt - OMV und RAG hätten bereits entsprechende Projekte in Vorbereitung.
Da nun wieder russisches Gas in Österreich ankommt, können auch die freiwilligen Beschränkungen der Gas-Großabnehmer (Industrie und E-Wirtschaft) gelockert werden. Die EVN hat dementsprechend ihr Kraftwerk Theiß bereits wieder auf Erdgas umgestellt. "Der Betrieb mit Öl verursacht fünf Mio. Euro Mehrkosten pro Woche", begründet EVN-Sprecher Stefan Zach im "Kurier" das rasche Zurück-Switchen zum Gas. Das Kraftwerk Dürnrohr werde weiterhin mit Kohle betrieben.
(apa/red)

