Frankreich schnürt Auto-Paket für 10 Mrd.:
Staat schließt Einstieg bei Firmen nicht aus
- Autobauer d

Frankreichs Regierung will der maroden Autobranche mit rund 10 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Bei dem geplanten Rettungspaket schließt der Staat die Übernahme von Anteilen an Renault und PSA Peugeot Citroen nicht aus. Zwar brauchten die Hersteller nicht unbedingt Eigenkapital, in bestimmten Fällen könne "der Einstieg in das Kapital als Gegenleistung für unsere finanzielle Unterstützung aber als Tauschwährung dienen", sagte Industriestaatssekretär Luc Chatel der Zeitung "Le Figaro".
In jedem Fall würden die Autobauer durch Staatshilfe verpflichtet, ihre Produktionsstandorte nicht ins Ausland zu verlagern und sich Beschränkungen bei der Zahlung von Dividenden aufzuerlegen.
Regierung plant Auto-Gipfel
Die Regierung will mit Herstellern und Zulieferern zu einem Auto-Gipfel zusammenkommen. Präsident Nicolas Sarkozy wolle bis Ende des Monats ein Hilfspaket von fünf bis zehn Mrd. Euro für die Branche verkünden, berichtete die Zeitung "Le Parisien". Laut Chatel soll die Unterstützung Kredite, Bürgschaften und Wechselschuldverschreibungen umfassen. "Wir prüfen alle Möglichkeiten", sagte der Staatssekretär. Er schloss Hilfe für ausländische Firmen nicht aus. "Die gesamte Branche ist betroffen: ausländische Konstrukteure mit Werken in Frankreich ebenso wie Zulieferer."
In Frankreich hängt jeder zehnte Arbeitsplatz an der Autobranche. Insgesamt arbeiten 2,5 Mio. Menschen in dem Bereich. Paris besitzt am einstigen Staatskonzern Renault noch immer 15 Prozent. Dagegen ist der Staat an PSA Peugeot Citroen nicht beteiligt. (apa/red)

