Montag, 19. Jänner 2009

Heimische Wirtschaft auf Rezessionskurs:
EU prognostiziert Rückgang von 1,2 Prozent

  • Almunia: Ganz Europa steht vor Wirtschaftseinbruch
  • Auch Zahl der Arbeitslosen wird weiterhin ansteigen

Die Wirtschaftsleistung in Österreich wird nach einer Prognose der EU-Kommission heuer um 1,2 Prozent zurückgehen. Eine Erholung erwartet die Brüsseler EU-Behörde erst wieder 2010, dann soll die Wirtschaft in Österreich um 0,6 Prozent wachsen, wie aus der vorgelegten revidierten EU-Konjunkturprognose hervorgeht. Die Wirtschaftsleistung der Eurozone soll demnach um 1,9 Prozent sinken.

Damit hat die EU-Kommission die Wachstumsaussichten für Österreich im Lichte der Wirtschaftskrise deutlich nach unten revidiert. Im November hatte die EU-Kommission für 2009 noch ein Wachstum von 0,6 Prozent und für 2010 von 1,3 Prozent vorhergesagt.

Europa vor tiefer Rezession
Für die gesamte Europäische Union hat die Brüsseler Kommission trotz Konjunkturpaketen eine tiefe Rezession vorhergesagt. Statt einem noch im November geschätzten Wirtschaftswachstum werden heuer insgesamt 18 der 27 EU-Staaten in rote Zahlen stürzen, gab Wirtschafts- und Währungskommission Joaquin Almunia bekannt. EU-weit beträgt die Wirtschaftsschrumpfung 1,8 Prozent, für die Euro-Zone sogar 1,9 Prozent.

Von einer "düsteren Gesamtaussicht" sprach Almunia, gleichzeitig verbunden mit der Hoffnung auf einen Aufschwung für das nächste Jahr. Die "Talsohle" werde im ersten Quartal 2009 - also bis Ende März - erreicht, ab der Jahresmitte "wird es wohl bescheiden nach oben gehen". Positiver schätzt er die Stimmung für 2010 ein, doch gab Almunia gleichzeitig zu bedenken, dass angesichts der Risiken in verschiedenen Bereich "wir auch noch stärker gebeutelt werden können".

Etliche EU-Länder überschreiten Defizitschwelle
Die Drei-Prozent-Defizitschwelle nach den Maastricht-Kriterien überschreiten nach der EU-Prognose heuer Irland, Großbritannien, Rumänien, Lettland, Spanien, Frankreich, Portugal, Griechenland, Polen und Estland. 2010 werden dann 16 der 27 EU-Staaten die Drei-Prozent-Marke überschreiten und ein überhöhtes Defizit aufweisen.

Arbeitslosigkeit steigt weiter
Die Arbeitslosigkeit wird laut der EU-Prognose im Gefolge der Wirtschaftskrise weiter steigen. Die Arbeitslosenrate soll in der Eurozone von 7,5 Prozent im Jahr 2008 auf 9,3 Prozent in diesem Jahr ansteigen. 2010 erwartet die EU-Kommission eine Arbeitslosenrate von 10,2 Prozent. In Österreich wird die Arbeitslosenrate von 4,1 Prozent 2008 auf 5,1 Prozent heuer steigen, für 2010 erwartet die EU-Behörde eine Rate von 6,1 Prozent. EU-weit wird die Arbeitslosenrate heuer 8,7 Prozent und 2010 9,5 Prozent betragen. (apa/red)

19.1.2009 14:18