Montag, 19. Jänner 2009

Zweites Hilfspaket für britische Banken:
Regierung will 50 Mrd. Pfund investieren

  • Soll Banken zur Absicherung von Verlusten dienen
  • Plus: Schottische Royal Bank steht vor Rekord-Minus

Im Kampf gegen die Finanzkrise hat die britische Regierung wie erwartet ein zweites Banken-Rettungspaket über 50 Mrd. Pfund geschnürt. Mit dem Programm will der Staat den Finanzinstituten die Möglichkeit geben, sich gegen Verluste abzusichern, wie das Finanzministerium vor Börsenbeginn mitteilte. Außerdem sollten die Institute Garantien für faule Kredite bekommen.

Das Hilfspaket soll Blockaden am Kreditmarkt beseitigen sowie Privathaushalten und Unternehmen den Zugang zu Darlehen wieder erleichtern. Zudem erhöht die Regierung ihren Anteil an der angeschlagenen Royal Bank of Scotland, an der sie bereits 58 Prozent hält. Im Oktober hatte die Regierung in London den britischen Banken bereits mit 37 Mrd. Pfund unter die Arme gegriffen.

Unter anderem wolle der Staat die kriselnden Banken gegen die Risiken ihrer faulen Kredite versichern, teilte Finanzminister Alistair Darling in London mit. Die staatliche Versicherung, für die die Banken eine Gebühr bezahlen müssen, soll den Banken als Sicherheitsnetz dienen und das blockierte Kreditgeschäft wieder ankurbeln.

Das Volumen "toxischer Kredite" in den Büchern der britischen Banken wird auf 200 Mrd. Pfund geschätzt. Diese Lasten gelten als Grund dafür, dass die Banken nur noch zögerlich Kredite vergeben, wodurch Unternehmen das Geld ausgeht und ein weiterer Stellenabbau droht. (apa/red)

19.1.2009 11:59