Montag, 19. Jänner 2009

Schottische Royal Bank vor Mega-Verlust:
Minus von bis zu 28 Mrd. Pfund möglich

  • Bank will 5 Mrd. für neue Stammaktien ausgeben
  • Kapitalerhöhung wird von Regierung abgesichtert

Die verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland ist 2008 wegen der Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerutscht und steht vor Verlusten und Abschreibungen von bis zu 28 Mrd. Pfund (31,5 Mrd. Euro).

Darin enthalten seien ein Verlust von sieben Milliarden Pfund (7,87 Mrd. Euro) wegen fauler Kredite für 2008 und Goodwill-Abschreibungen zwischen 15 und 20 Milliarden Pfund im Zusammenhang mit der Übernahme von Teilen der niederländischen Bank ABN Amro im Jahr 2007. Das Blatt sprach von dem größten Verlust eines Unternehmens in der britischen Geschichte. Die Bank wollte sich nicht dazu äußern.

Staat erhöht Anteile
Wegen des immensen Verlusts braucht die Bank erneut frisches Kapital. Aus diesem Grund will die Royal Bank of Scotland neue Stammaktien für fünf Mrd. Pfund ausgeben. Dieses Kapital soll das bisher von der Regierung gegebene Vorzugskapital ersetzen. Die Regierung sichert die Kapitalerhöhung ab und garantiert die Ausgabe der Papiere zu 31,75 Pence je Aktie ab. Dadurch könnte der Staatsanteil an der Bank weiter steigen. Großbritannien hatte die Bank bereits im Herbst 2008 mit rund 20 Mrd. Pfund gestützt und hält seitdem rund 58 Prozent an der RBS.

Die Royal Bank of Scotland war damit die erste europäische Großbank, die wegen der Finanzkrise verstaatlicht werden musste. Die Bank hat sich unter anderem mit der Teilübernahme des niederländischen Konkurrenten ABN Amro verhoben.
(apa/red)

19.1.2009 10:25