ÖFB-Chefsessel bleibt weiterhin unbesetzt: Kein Präsidentschaftskandidat fand Mehrheit
- Nächster Anlauf für Wahl für 2. Februar geplant
- Mitglieder des Wahlausschusses halten sich bedeckt
·Alfred Ludwig freut sich über neue 'Macht'
ÖFB-Generaldirektor auch
mit mehr Verantwortung
·Mickrige Bilanz im Länderspieljahr 2008
Nationalteam kam auf
zwei Siege in 13 Spielen

Die Suche nach einem Nachfolger für den am 7. November 2008 als Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes zurückgetretenen Friedrich Stickler geht in die Verlängerung. In der Sitzung des Wahlkomitees konnte man sich nicht auf einen Kandidaten einigen. Die Entscheidung, wer am 28. Februar auf der Hauptversammlung dem Lotterien-Direktor folgen wird, wurde auf 2. Februar vertagt.
Fast alle Mitglieder des Wahlausschusses unter Vorsitz des Salzburger Verbandbosses Herbert Hübel hielten sich nach dem rund fünf Stunden dauernden Treffen bedeckt. Eine Ausnahme bildete Kurt Ehrenberger, Präsident des Wiener Verbandes und interimistischer ÖFB-Präsident. "Es ist kein Geheimnis, dass ich für Günter Kaltenbrunner bin. Er ist für mich ein geeinigter Kandidat. Dass ein paar Leute gegen ihn sind, ist im Leben ganz normal", sagte der 75-Jährige.
Hübel wollte hingegen nach der Sitzung keine Angaben darüber machen, über wie viele und welche Kandidaten gesprochen worden sei. Als zweiter Kandidat neben Kaltenbrunner, der als aktiver Kicker für das ÖFB-Team und u.a. für Rekordmeister Rapid gespielt hatte, soll Leo Windtner, der Präsident des oberösterreichischen Fußball-Verbandes, im Rennen sein.
Ein Sitzungsteilnehmer bestätigte, dass über zwei Anwärter gesprochen worden sei. Der Informant kann sich aber gut vorstellen, dass bis zum 2. Februar mehrere Personen dem Kreis angehören könnten. Für Ehrenberger muss es an diesem Tag zu einer Einigung kommen. "Wir dürfen uns nicht länger Zeit lassen", meinte der WFV-Chef.
Kaltenbrunner hat die Lust auf den ÖFB-Job trotz der Verzögerung nicht verloren. Seine Fußballer-Karriere könnte ein Vorteil sein. "Aber sie muss es nicht unbedingt. Für die Position muss man auch viele andere Fähigkeiten mitbringen", sagte der einstige Banker. Windtner betonte im Gespräch mit der APA, dass er "sicher nicht wahlkämpfen werde", um ÖFB-Präsident zu werden. "Ich dränge mich nicht in die Position. Aber ich bin bereit dafür, wenn ein breites Maß an Zustimmung gegeben ist", sagte Windtner.
(apa/red)
