Federer wendet frühes Aus gerade noch ab:
Benötigt gegen Berdych fünf Sätze für Erfolg
- In Melbourne im Viertelfinale nun gegen Del Potro
- Roddick mit Favoritensieg. Topgesetzte Jankovic out
Roger Federer hat die Chance auf seinen vierten Gewinn der Australian Open mit einem Fünfsatzsieg gegen Tomas Berdych gewahrt. Der Schweizer war gegen den Tschechen im Achtelfinale schon mit 0:2 zurückgelegen, drehte die Partie aber noch. Die bei den Damen topgesetzten Serbin Jelena Jankovic erlitt hingegen eine 1:6,4:6-Schlappe gegen die Französin Marion Bartoli. Lokalmatadorin Jelena Dokic ist noch im Bewerb.
Zum vierten Mal in seiner Karriere machte Federer einen 0:2-Satzrückstand wett. Diesmal profitierte er nach anfänglich schwachem und unkonzentriertem Spiel ab dem dritten Satz von einer Reduktion seiner Fehlerquote sowie mehr Fitness als sein Gegner. Lediglich bei 5:5 in Satz vier fand Berdych noch zwei Breakmöglichkeiten vor, ließ sie aber ungenützt. Im Entscheidungssatz zog Federer gleich auf 4:0 davon, ehe er nach 3:29 Stunden 4:6,6:7(4),6:4,6:4,6:2 gewann.
Im Viertelfinale trifft Federer auf den argentinischen Auckland-Sieger Juan Martin Del Potro, die Nummer 8 des Turniers. Der Südamerikaner gewann das Duell der Jungstars nach Satzrückstand gegen den Kroaten Marin Cilic (Nr. 19) in vier Sätzen. Roger Federer und Juan Martin Del Potro standen sich seit Wimbledon 2007 drei Mal gegenüber, Federer hat dabei noch keinen Satz und nur insgesamt 19 Games abgegeben. Dennoch meinte Federer: "Das wird ein interessantes Match."
"Habe ein gutes Gefühl"
Der 27-Jährige büßte sein Selbstvertrauen trotz 40 unerzwungener Fehler nicht ein. "Ich habe ein gutes Gefühl", meinte Federer. "So ein Match spielt man ja nicht jeden Tag, und es ist eine große Befriedigung, es zu gewinnen. Ich bin gerne in solche Fights involviert." Der von Federer gelobte Berdych musste sich in Satz vier an Rücken, Oberschenkel und Wade behandeln lassen. Einmal versagte der elektronische Linienrichter "hawk eye", was Berdych in Rage brachte.
Del Potro wiederum machte sich zum jüngsten Australian-Open-Viertelfinalisten seit 1980, als der Niederländer Richard Krajicek ebenso 20-jährig den Einzug unter die letzten Acht geschafft hatte. "In den ersten drei Sätzen war es ein harter Kampf", sagte Del Potro zu seinem 5:7,6:4,6:4,6:2-Erfolg. "Im vierten Satz habe ich ihn aber früh gebreakt, danach habe ich mein Service leichter durchgebracht."
Für das zweite Viertelfinale hat sich der US-Amerikaner Andy Roddick (Nr. 7) qualifiziert. Roddick hatte mit Tommy Robredo (Nr. 21) einen Lieblingsgegner im Achtelfinale, alle zehn Matches gegen den Spanier hat er nun gewonnen. Diesmal siegte er 7:5,6:1,6:3. Allerdings hat Roddick in der ersten Turnierwoche überhaupt überzeugt, er gab nur insgesamt einen Satz ab. "So weit so gut, das nächste Match kann kommen."
Damen verlieren ihre Nummer eins
Jankovic (1) scheiterte auch an ihrem schwachen Service, die als Nummer 16 gesetzte Bartoli schlug so fast aus allen Lagen Winner. Keines der vorherigen sieben Duelle mit Jankovic hatte Bartoli gewonnen. Diesmal hatte sie aber ihre Chance gewittert: "Ich wusste, dass ich Jelena an einem guten Tag schlagen kann. Es war nur die Frage, wie ich das exekutiere. Jetzt kann ich das Turnier auch gewinnen." Jankovic wollte dieses Match und Turnier hingegen schnell vergessen. Ihr droht nun der Verlust der Weltranglisten-Führung.
Kandidatin für die Übernahme ist Dinara Safina. Die auf Position drei gereihte Russin stand gegen den französischen Teenager Alize Cornet (15) aber vor dem Ausscheiden, ehe sie nach Abwehr von zwei Matchbällen 6:2,2:6,7:5 gewann. "Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, im Viertelfinale zu stehen", gab Safina zu. "Sie hätte den Sieg verdient gehabt." Zweimal hatte die seit Donnerstag 19-jährige Cornet auf den Matchgewinn serviert.
Während es Bartoli nun mit der im Russinnen-Duell mit Nadja Petrowa (10) 7:5,6:4 siegreichen Wera Swonarewa (7) zu tun bekommt, trifft Safina auf Australiens Hoffnung Jelena Dokic. Die Erstrunden-Bezwingerin der Vorarlbergerin Tamira Paszek realisierte mit einem 7:5,5:7,8:6 gegen die Russin Alisa Klejbanowa (Nr. 29) ihren vierten Dreisatzsieg in Folge. Außer Paszek hat Wildcard-Spielerin Dokic in dieser Woche nur Gesetzte auf der Abschlussliste.
(apa/red)

