Überraschung durch ÖSV-Küken im Super-G:
Anna Fenninger fährt in Cortina aufs Podest
- Schwedin Jessica Lindell-Vikarby feiert Premierensieg
- Speed-Queen Renate Götschl enttäuscht mit Rang 19

·Dreifacherfolg des ÖSV im Cortina-RTL
Kathrin Zettel siegt vor Kirchgasser und Görgl
·Cortina: Schweizerin Gisin gewinnt Abfahrt
Rumpfhuber als beste Österreicherin nur Zwölfte
Der Damen-Super-G zum Cortina-Ausklang wurde zu einem Rennen der Überraschungen. Während Vorjahressiegerin Maria Riesch und Anja Pärson ausschieden, gab es am Podium drei Premieren. Die mit Startnummer 9 fahrende Schwedin Jessica Lindell-Vikarby siegte erstmals, und das überlegen mit 0,81 Sekunden vor der jungen Österreicherin Anna Fenninger (5), die ebenso wie die Schweizerin Andrea Dettling (3) in einem "Startnummernrennen", das die vorderen Nummer eindeutig bevorteilte, erstmals auf dem Podest landete. Lindsey Vonn (USA) wurde Achte und baute ihre Weltcupführung aus.
"Komisch!" Das sagte hinterher nicht nur die trotzdem "angesäuerte" Vonn nach dem dritten Saison-Super-G. Von den Podestfahrerinnen hatte nur die schwedische Siegerin (3. im Super-G von Lake Louise 2007) zuvor schon einen Weltcup-Podestplatz geschafft. Die Asse hingegen waren auf der schnell nachlassenden Weichschnee-Piste chancenlos. Während Fenninger und Dettling, die ein Feld von gleich fünf Schweizerinnen in den Top-Ten anführte, ebenfalls erstmals auf dem Podium und damit einer Pressekonferenz landeten, war die Österreicherin Andrea Fischbacher trotz gerade überstandener Grippe als 9. Beste der mit Startnummer zwischen 16 und 22 fahrenden Elitegruppe.
RTL-Siegerin Kathrin Zettel ("Der Super-G war schneller als gedacht, ich wurde einige Male überrascht, die Punkte sind aber sehr wichtig") wurde trotz ihrer Fehler Elfte, Elisabeth Görgl ("Ich war ein Mal im Tiefschnee") landete auf Platz 13. "Unsere haben von den hohen Nummern ohnehin noch die besseren Leistungen gezeigt", meinte ÖSV-Damenchef Herbert Mandl und bedauerte: "Zettel hätte mit Glück noch viel weiter vorne sein können."
"Ein Sch... Wochenende"
Die Stars der Szene erhielten hingegen eine kapitale Ohrfeige. Riesch ("Ein Sch... Wochenende. Ich bin froh, dass ich mir nicht wehgetan habe") stürzte vor den Augen ihres Vaters und Bruders ebenso wie Pärson in der Curva Grande. Vonn startete mit der Nummer zehn, damit direkt hinter der späteren Siegerin, und ärgerte sich damit erst recht über Platz acht. "Ich hatte einen fehlerfreien, perfekten Lauf, bin aber gerade zwei Zehntel hinter Platz zwei. Das ist frustrierend", meinte die Titelverteidigerin. "Vielleicht hat mit dem Wachs etwas nicht gestimmt."
Noch enttäuschter war nur Renate Götschl. Die zehnfache Cortina-Sieger (22 Podestplätze) egalisierte bei ihrem 49. Start unter der Tofana mit 1,62 Sek. Rückstand als 19. ihr schlechtestes Ergebnis in ihrem "Wohnzimmer". "Da gibt es wohl nicht mehr viel zu sagen", war die 33-Jährige einmal mehr ratlos. "Es war sicher nicht die beste Fahrt, aber derzeit ist einfach alles für die Katz. Ich habe einfach kein Gespür mehr dafür, was gut und was schlecht ist", rätselte die Steirerin gut eine Woche vor der WM. Das sei kein auf der Stelle treten mehr. "Ich trete schon mehr im Keller als auf der Stelle." Bei ihrem Lauf sang Stefanie Werger "Stark wie ein Felsen", das wird Götschl jetzt auch brauchen.
| Endstand: | ||||
| 1. | Jessica Lindell-Vikarby | SWE | 1:25,13 Min. (Schnitt: 78,23 km/h) | |
| 2. | Anna Fenninger | AUT | 1:25,94 | +0,81 |
| 3. | Andrea Dettling | SUI | 1:26,00 | +0,87 |
| 4. | Monika Dumermuth | SUI | 1:26,05 | +0,92 |
| 5. | Nadia Fanchini | ITA | 1:26,07 | +0,94 |
| 6. | Lara Gut | SUI | 1:26,08 | +0,95 |
| . | Nadja Kamer | SUI | 1:26,08 | +0,95 |
| 8. | Lindsey Vonn | USA | 1:26,12 | +0,99 |
| 9. | Andrea Fischbacher | AUT | 1:26,18 | +1,05 |
| 10. | Fränzi Aufdenblatten | SUI | 1:26,21 | +1,08 |
| 11. | Kathrin Zettel | AUT | 1:26,23 | +1,10 |
| 12. | Britt Janyk | CAN | 1:26,27 | +1,14 |
| 13. | Elisabeth Görgl | AUT | 1:26,34 | +1,21 |
| 14. | Marie Marchand-Arvier | FRA | 1:26,40 | +1,27 |
| 15. | Fabienne Suter | SUI | 1:26,41 | +1,28 |
| 16. | Nadia Styger | SUI | 1:26,48 | +1,35 |
| 17. | Carolina Ruiz-Castillo | ESP | 1:26,68 | +1,55 |
| 18. | Ingrid Jacquemod | FRA | 1:26,72 | +1,59 |
| 19. | Renate Götschl | AUT | 1:26,75 | +1,62 |
| 20. | Kelly Vanderbeek | CAN | 1:26,82 | +1,69 |
| 21. | Martina Schild | SUI | 1:26,84 | +1,71 |
| 22. | Silvia Berger | AUT | 1:26,99 | +1,86 |
| 23. | Lucia Recchia | ITA | 1:27,11 | +1,98 |
| 24. | Stefanie Köhle | AUT | 1:27,18 | +2,05 |
| 25. | Regina Mader | AUT | 1:27,25 | +2,12 |
| 26. | Nicole Schmidhofer | AUT | 1:27,30 | +2,17 |
| 27. | Sarka Zahrobska | CZE | 1:27,34 | +2,21 |
| 28. | Ingrid Rumpfhuber | AUT | 1:27,38 | +2,25 |
| 29. | Julia Mancuso | USA | 1:27,41 | +2,28 |
| 30. | Wendy Siorpaes | ITA | 1:27,53 | +2,40 |
(apa/red)
