ÖSV-Adler strahlen vom Siegerpodest:
"Schlieri" gewinnt klar vor Wolfgang Loitzl
- Tiroler übernimmt damit Führung im Gesamtweltcup
- Skispringen: Achter österreichischer Sieg in Folge
Österreichs Ski-Adler sind derzeit nicht zu stoppen: Gregor Schlierenzauer hat die erste von zwei Olympia-Generalproben im Whistler Olympic Park mit Bestweiten in beiden Durchgängen (142 und 139,5 m) gewonnen und übernimmt damit das Gelbe Trikot vom bisherigen Weltcup-Gesamtleader Simon Amann (SUI), der Vierter wurde. Schlierenzauer verwies seinen Teamkollegen und Tourneesieger Wolfgang Loitzl mit 15,1 Punkten Vorsprung auf Platz zwei, Rang drei ging an den Finnen Matti Hautamäki.
Für Schlierenzauer, der nun 48 Punkte vor Ammann führt, war es bereits der sechste Saisonsieg und der insgesamt 17. Weltcupsieg seiner Karriere. Das ÖSV-Springerteam hat seine unglaubliche Siegesserie seit Beginn des Jahres (Loitzl Sieger im Neujahrsspringen) nun auf acht Konkurrenzen en suite ausgeweitet. Im Nationencup hat Österreich nun schon fast doppelt so viele Punkte wie die auf Platz zwei liegenden Finnen.
"Es ist ein sehr schönes Gefühl, vor allem da in Whistler, wo nächstes Jahr die Olympischen Spiele sind. Mit dem Wolfi habe ich einen sehr lässigen Zimmerpartner, wir sind ein tolles Team und versuchen, uns gegenseitig zu pushen", meinte Schlierenzauer.
Jacobsen disqualifiziert
Bereits nach dem ersten Durchgang hatte Schlierenzauer nach dem einzigen Satz über die "Hillsize" von 140 Metern das Feld vor Ammann und Loitzl angeführt. Die 142 m bedeuteten auch Schanzenrekord auf dem Olympiabakken. Der Norweger Anders Jacobsen wäre nach einem 139-m-Sprung im ersten Durchgang eigentlich Zweiter gewesen, wurde aber wegen zu langer Ski (bzw. 200 Gramm zu leichtem Körpergewicht) disqualifiziert.
Für den zweitplatzierten Loitzl gab es freilich keinen Grund zum Trübsal blasen, blickt er doch jetzt schon auf die erfolgreichste Saison seiner Karriere zurück. Ob er sich mit seinem Zimmerkollegen nicht etwas ausmachen könne, dass die beiden wie in der Vorwoche in Zakopane auch hier im zweiten Bewerb die Plätze tauschen? "Ich glaube, es wird jetzt immer schwieriger, sich abzuwechseln, weil der Schlieri jetzt die Führung übernommen hat und die will er natürlich dann auch ausbauen. Alle Punkte, die er holen kann, sind am Ende wichtig", sagte Loitzl. Natürlich werde er versuchen, Schlierenzauer wieder näherzurücken.
"Totalversemmler" von Morgenstern
Zumindest teilweise zufrieden war auch Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern, der sich nach einem verpatzten ersten Sprung noch vom zehnten auf den fünften Rang verbesserte: "Der erste Sprung war ein 'Totalversemmler'. Es kann nicht sein, dass ich im ersten Durchgang mit zwei Luken mehr Anfahrt sieben Meter kürzer springe als jetzt. Aber jetzt habe ich Motivation genug und ein fünfter Platz ist auch sehr schön." Sein 137,5-m-Satz war der zweitbeste Sprung im Finale der besten 30.
| Endstand: | |||
| 1. | Gregor Schlierenzauer | AUT | 289,2 Punkte (142,0 m/139,5 m) |
| 2. | Wolfgang Loitzl | AUT | 274,1 (136,5/135,5) |
| 3. | Matti Hautamäki | FIN | 270,6 (136,5/135,5) |
| 4. | Simon Ammann | SUI | 264,4 (138,5/132,0) |
| 5. | Thomas Morgenstern | AUT | 262,9 (130,5/137,5) |
| 6. | Dmitrij Wassilijew | RUS | 262,1 (135,5/136,5) |
| 7. | Martin Schmitt | GER | 259,2 (133,5/133,0) |
| 8. | Adam Malysz | POL | 258,4 (132,0/133,5) |
| 9. | Noriaki Kasai | JPN | 254,7 (132,0/132,0) |
| 10. | Ville Larinto | FIN | 244,2 (130,0/129,0) |
| 11. | Andreas Küttel | SUI | 244,0 (129,0/131,0) |
| 12. | Martin Koch | AUT | 243,7 (132,0/129,5) |
| 13. | Tom Hilde | NOR | 241,8 (127,0/131,5) |
| 14. | Anders Bardal | NOR | 240,0 (131,0/126,5) |
| 15. | Michael Uhrmann | GER | 233,5 (130,0/125,0) |
| 16. | Roman Koudelka | CZE | 232,1 (128,5/126,0) |
| 17. | Takanobu Okabe | JPN | 231,3 (128,0/125,5) |
| 18. | Fumihisa Yumoto | JPN | 229,5 (129,0/123,5) |
| 19. | Kamil Stoch | POL | 228,4 (126,0/127,0) |
| 20. | Denis Kornilow | RUS | 227,1 (126,5/125,5) |
| 21. | Martin Cikl | CZE | 221,4 (127,0/121,0) |
| 22. | Emmanuel Chedal | FRA | 219,8 (123,5/125,0) |
| 23. | Stephan Hocke | GER | 215,8 (121,0/125,0) |
| 24. | Daiki Ito | JPN | 215,0 (125,5/119,5) |
| 25. | Jernej Damjan | SLO | 214,7 (124,5/122,0) |
| 26. | Björn Einar Romören | NOR | 214,4 (124,5/121,0) |
| 27. | Kalle Keituri | FIN | 207,1 (122,5/119,5) |
| 28. | Johan Remen Evensen | NOR | 202,2 (121,0/118,0) |
| . | Severin Freund | GER | 202,2 (122,5/116,5) |
| 30. | Pawel Karelin | RUS | 191,1 (123,5/111,0) |
| 31. | Sebastian Colloredo | ITA | 190,2 (122,5/111,5) |
(apa/red)

