Mittwoch, 21. Jänner 2009

Bernhard Kohl ergibt sich seinem Schicksal:
Dopingsünder akzeptiert zweijährige Sperre

  • 27-Jähriger erhielt schriftliches Urteil der NADA
  • Gefallener Rad-Held muss für zwei Jahre pausieren

Bernhard Kohl hat seine Hoffnung auf eine Reduktion seiner zweijährigen Doping-Sperre aufgegeben. Der überführte Radprofi akzeptiert die Strafe, welche die NADA Ende November rückwirkend bis 3. Juli 2010 gegen ihn ausgesprochen hatte, und verzichtet auf weitere Schritte. Das gab der 27-jährige Niederösterreicher nach Zustellung des schriftlichen Urteils bekannt.

"Einige Teile der Begründung sind zwar für meinen Rechtsanwalt nicht nachvollziehbar. Dennoch werde ich auf Rechtsmittel verzichten", erklärte Kohl in einer Aussendung. Der Österreicher war im Oktober in einer nachträglichen Analyse von zwei Proben der Tour de France, die er auf dem dritten Gesamtrang und als Sieger der Bergwertung beendet hatte, des Dopings mit dem im Juli noch nicht nachweisbaren EPO-Nachfolgepräparat CERA überführt worden.

Kohl hatte die Einnahme daraufhin unter Tränen gestanden. "Meine Verfehlung wird mich mein Leben lang begleiten und wird stetig als Makel an mir hängenbleiben. Entgegen einiger Darstellungen ist mir sehr wohl bewusst, dass ich einen großen Fehler begangen habe", betonte der gefallene Held, der nach seinem Geständnis vergeblich auf ein milderes Urteil gehofft hatte. Zwei Jahre stellen für einen Ersttäter die Höchststrafe dar.

"Aufgrund meiner Verfehlung steht mir letztlich eine zweijährige Sperre zu. Ich war nicht auf eine kürzere Bestrafung aus", versicherte Kohl. Vielmehr habe er gehofft, dass ein geständiger Sportler nicht gleich wie ein leugnender behandelt werde. Entgegen ersten Ankündigungen hatte der Radprofi vor der NADA aber keine entscheidenden Hinweise zur Aufklärung der Hintergründe gegeben und keine Namen seiner Versorger mit Dopingmitteln genannt.

(apa/red)

21.1.2009 13:12