Materieller Schaden von etwa 2 Mrd. Dollar:
22.000 Gebäude beschädigt oder zerstört
- "Gazastreifen ist ein Katastrophengebiet geworden."
- Soziale und wirtschaftliches Leben total "gelähmt"

Die israelische Militäroffensive im Gazastreifen hat nach palästinensischen Schätzungen einen Schaden von fast zwei Milliarden Dollar (knapp 1,5 Milliarden Euro) verursacht. Die palästinensische Statistikbehörde PCBS veröffentlichte in Ramallah Angaben über die Schäden der dreiwöchigen Militärangriffe. Mindestens 22.000 private und öffentliche Gebäude seien beschädigt oder zerstört worden, hieß es in der Studie. Dies seien 14 Prozent aller Gebäude in dem Küstenstreifen. Die Infrastruktur und Wirtschaft habe insgesamt schweren Schaden genommen. Das soziale und wirtschaftliche Leben im Gazastreifen sei gegenwärtig "total gelähmt", sagte der Leiter der Behörde, Luai Shabaneh. "Der Gazastreifen ist ein Katastrophengebiet geworden."
Die Wirtschaftsaktivitäten seien um mehr als 85 Prozent zurückgegangen. Am schlimmsten betroffen sei die Landwirtschaft. Mehr als 80 Prozent der Anbaugebiete seien während der Offensive verwüstet worden. Es werde vermutlich mindestens zwölf Monate dauern, bevor die Wirtschaft sich davon erholen könne, sagte Shabaneh.
In Schutzräume des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), meist in Schulen, waren etwa 40.000 Menschen geflüchtet, die durch die Kampfhandlungen aus ihren Häusern vertrieben wurden. Tausende Verletzte müssen versorgt werden. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza sind bei den israelischen Angriffen 32 Krankenhäuser und Gesundheitsstationen beschädigt worden. Im Süden von Gaza wurde eine Kläranlage beschädigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legte einen Notplan für die ersten Tage der Waffenruhe vor. 13,3 Millionen Dollar (zehn Millionen Euro) seien demnach nötig, um fehlende Medikamente und ärztliche Hilfsmittel zu beschaffen, die Wasserversorgung zu sichern und das medizinische Personal aufzustocken.
(apa/red)
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