Uneinigkeit über Waffenstillstand in Gaza:
Israel will 1,5 Jahre - Hamas nur 12 Monate
- EU drängt auf Versöhnung der Palästinenser-Gruppen
- Ägypten schließt Grenzübergang zum Gazastreifen

Die von Ägypten geplante internationale Gaza-Geberkonferenz Ende Februar soll auch mögliche Versöhnungsschritte zwischen der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas und der rivalisierenden Fatah-Bewegung von Präsident Abbas zum Inhalt haben. Die im Westjordanland regierende Fatah beharrt jedoch weiterhin auf ihren Führungsanspruch auch im Gazastreifen.
Nach einem Treffen mit den Außenministern der 27 EU-Staaten in Brüssel sagte der Außenminister der Palästinenserbehörde, Riyad al-Malki, die Abbas-Regierung sei unter ägyptischer Vermittlung auch weiterhin zu "nationaler Versöhnung" mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas bereit. Sie betrachte sich jedoch "als die einzig legitime Autorität auch in Gaza". An dem EU-Sondertreffen nahmen auch die Außenminister von Ägypten, Jordanien und der Türkei teil.
EU fordert Ende des Streits
Mehrere EU-Außenminister hatten zuvor ein Ende des Streits zwischen den Palästinensern gefordert. "Die Wiedervereinigung des palästinensischen Volkes und eine einzige Stimme, die sowohl für das Westjordanland als auch für den Gazastreifen spricht, sind unbedingt nötig", sagte der britische Außenminister Miliband. "Man möchte gerne, dass dort eine Art Geberkonferenz stattfindet, aber dass zu diesem Zweck auch schon ein Bericht da ist über Versöhnungsschritte zwischen Hamas und Fatah", sagte Österreichs Außenminister Spindelegger.
Uneinigkeit über Dauer des Abkommens
Israel und die Hamas sind sich unterdessen uneinig über die Laufzeit eines Waffenstillstandsabkommens. Israel habe bei Gesprächen in Kairo einen 18 Monate dauernden Waffenstillstand vorgeschlagen, sagte ein Hamas-Vertreter am Sonntag. Die Hamas strebe hingegen lediglich eine Vereinbarung für ein Jahr an. Die Hamas machte zudem ein Ende der Verhandlungen mit Israel zur Bedingung für Versöhnungsgespräche mit der Fatah. Die Hamas will sich auch die Beschaffung neuer Waffen nicht verbieten lassen.
Am Sonntag schloss Ägypten seinen Grenzübergang zum Gazastreifen wieder. Israel soll erneute Luftangriffe auf die unterirdischen Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten planen.
(apa/red)
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