Mittwoch, 21. Jänner 2009

In den USA kommt die Liebe an die Macht:
Neue First Lady als Mutter des Erfolges

  • Eine grandiose Inszenierung oder die große Liebe?
  • NEWS: Das Geheimnis der Ehe des First Couples

"Ich würde heute nicht hier stehen, hätte ich während der vergangenen 16 Jahre nicht die bedingungslose Unterstützung meiner besten Freundin gehabt: der Liebe meines Lebens, eurer neuen First Lady." – Es war ein entscheidender historischer Moment, der Beginn einer neuen Ära der Vereinigten Staaten, als Barack Obama zum 44. Präsidenten gewählt wurde und diese Rede hielt. – Aber es war, wie seine Worte illustrierten, vor allem ein sehr privater Moment einer großen Liebe.

Seine Frau Michelle Robinson-Obama hielt zwei Monate nach diesem furiosen Wahlsieg dann auch die Bibel, auf die er an dem eisigen 20. Jänner 2009 als Präsident der USA vereidigt wurde. Dies taten andere First Ladies vor ihr, doch Frau Obama legte einen entschiedenen Gestus an den Tag: Sie machte deutlich, dass sie keine symbolische, sondern eine tragende und sehr wohl eine sprechende Rolle in dieser Präsidentschaft einnehmen wird.

Politische Ehe
Klar war dies spätestens, als Michelle Obama ihrem Mann verzeihend und souverän zulächelte, während er vor Millionen Fans beim Wiederholen der Schwurformel ins Holpern kam. Ihre Stärke ist in Wahrheit die seine, sein Erfolg ihr Erfolg. Obamas Plädoyer nach dem Amtseid für ein neues Zeitalter Amerikas, "in dem keine kindischen Streitigkeiten, sondern Einigkeit, Reformgeist und der Wille zuzupacken im Zentrum stehen werden", galt vor allem dem Amerika, für das seine Frau steht. Die Millionen, die ihm dazu frenetisch zujubelten, haben mit ihren Stimmen für Obama nicht einen Mann, sondern ein Paar, eine Familie ins höchste Amt gewählt, ein Dreamteam, das Hoffnung, Wandel und Einigkeit perfekt verkörpert.

Vieles daran mag das Ergebnis einer grandiosen Inszenierung sein, trotzdem verdankten die beiden ihr entscheidendes Quäntchen Glaubwürdigkeit einer authentisch tiefen Verbindung – vulgo Liebe. "Das enge Band zwischen den beiden, ihre ungewöhnlich starke Verbindung erlebt man sehr selten in Beziehungen. Und ich weiß, die beiden haben hart an dieser einzigartigen Liebe gearbeitet", sagt eine Frau, die beide seit Jahrzehnten kennt: Valerie Jarrett. Sie war Michelles Chefin, als sie für den Bürgermeister Chicagos arbeitete, und bald eine enge Freundin der Familie. Jetzt zieht Jarrett als Chefberaterin des neuen Präsidenten nach Washington.

Mutter des Erfolges
Die wahre Chefin in seinem Expertenstab wird aber unangefochten seine hochintelligente Ehefrau bleiben. "Wissen Sie, wie sich mein Mann auf seine schwierigsten Debatten vorbereitet? Er übt, indem er ein wenig mit mir streitet", sagte die neue First Lady am Höhepunkt des Wahlkampfes. Als Präsident Obamas "bester Mann" zieht nun die resolute Juristin ins Weiße Haus ein.

Die 45-jährige Michelle Obama stammt aus sehr einfachen Verhältnissen, konnte aber dank ihrer außerordentlichen Begabung Stipendien für Studien an den Elite-Universitäten Princeton und Harvard bekommen. Hier lernte sie ihren Weg als Außenseiterin zu finden und die Hürden zu bewältigen, auf die sie entlang dieses Weges stieß.

Die Doktorin der Justiz arbeitete 1988 nach ihren Studien gerade ein Jahr in einer hochangesehenen Anwaltskanzlei in Chicago, als ihr Chef meinte, sie sollte sich um den Sommer-Praktikanten kümmern. Ein gewisser Barack Obama sei dies, neben ihr der einzige Mitarbeiter mit schwarzer Hautfarbe. Michelle sah sich sein Foto an, und ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen. "Er schien so ein richtiger eingebildeter Gockel zu sein", erinnert sie sich.

Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen NEWS 04/2008.

21.1.2009 17:04