Türkei drängt auf baldigen EU-Beitritt:
Erdogan bekundet große Reformbereitschaft
- Ministerpräsident hofft auf rascheren Beitrittsprozess
- Türkischer Beitritt ist unter den EU-Staaten umstritten

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat seinen ersten Besuch bei der EU in Brüssel seit fünf Jahren als Zeichen der Reformbereitschaft seiner Regierung bezeichnet. Die Türkei sei entschlossen, bei ihrem Reform- und Beitrittsprozess weitere Fortschritte zu machen, sagte Erdogan.
Vor türkischen Landsleuten sagte er nach Zeitungsberichten, er hoffe auf die Eröffnung von drei bis vier neuen EU-Verhandlungskapiteln während einer jeweils halbjährigen Ratspräsidentschaft. Bisher seien es nur zwei Kapitel pro Präsidentschaft gewesen.
Erdogans Regierung war in den vergangenen Jahren von der EU wegen eines stark nachlassenden Reformtempos kritisiert worden. In jüngster Zeit hatte Erdogan aber signalisiert, wieder mehr für den EU-Beitrittsprozess tun zu wollen. So hatte er seinen außenpolitischen Berater Egemen Bagis zum neuen Verhandlungsführer für die EU-Beitrittsgespräche und gleichzeitig zum ersten türkischen EU-Minister ernannt. Nun könne die Türkei den Beitrittsprozess schneller vorantreiben, sagte Erdogan in Brüssel.
In Brüssel will Erdogan unter anderen EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, den EU-Außenbeauftragten Javier Solana sowie den deutschen Europaparlamentspräsidenten Hans-Gert Pöttering (CDU) treffen. Ein Beitritt der Türkei ist unter den EU-Mitgliedsstaaten umstritten. Zudem stocken die im Oktober 2005 begonnenen Beitrittsverhandlungen. Ankara will bis Ende 2013 alle Bedingungen für einen EU-Beitritt erfüllen.
(apa/red)
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