Mittwoch, 21. Jänner 2009

Brutalen Mordversuch nur vorgetäuscht:
Linzerin womöglich Fall für die Psychiatrie

  • Frau verletzt, geknebelt und gefesselt aufgefunden
  • "Opfer" gab bereits detaillierte Täterbeschreibung ab

Der angebliche brutale Mordversuch an einer Linzerin hat eine überraschende Wende genommen: Er war nur vorgetäuscht. Das "Opfer" hat sich selbst verletzt. Das gab der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl bekannt.

In Absprache mit der Staatsanwaltschaft sage er in der Angelegenheit nur noch Folgendes: Der Fall sei vorerst geklärt. Das Opfer habe die Tat nur vorgetäuscht. Es sei "womöglich ein Fall für die Psychiatrie", deutete Lißl an.

Die Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, weil sie Lärm aus der Nachbarwohnung gehört hatten. Als die vier Beamten eintrafen, fanden sie die Frau verletzt, geknebelt und gefesselt in ihrer Wohnung vor. Nach ihren Angaben habe sie ein Unbekannter mit einer Pistole bedroht, sie in die Wohnung gezwungen und gedroht sie in der Badewanne zu ertränken. Das "Opfer" stand unter schwerem Schock. Der Notarzt musste sie eine Stunde lang stabilisieren, bevor sie ins Krankenhaus eingeliefert werden konnte. Vom Täter fehlte zu diesem Zeitpunkt jede Spur. Auch der Einsatz des Einsatzkommandos Cobra, die das Wohnhaus und die Nachbargebäude durchsuchte, brachte kein Ergebnis.

Die Linzerin gab eine detaillierte Beschreibung des Täters ab, wonach dieser eine Narbe auf der rechten Gesichtshälfte bis zum Hals und eine Tätowierung am linken Zeigefinger gehabt haben solle. Außerdem hätte der Täter eine grünbraune Uniform getragen.

Dadurch geriet auch der Ehemann der Frau, ein Bundesheer-Angehöriger, kurzzeitig in Verdacht. Das Paar lebt in Scheidung. Der wurde polizeilich überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass er sich zum Tatzeitpunkt in Niederösterreich aufgehalten hatte und deshalb als unmittelbarer Täter nicht infrage kam. Die Polizei vermutete deshalb zunächst, dass eine Dritte Person die Tat ausgeführt haben könnte.
(apa/red)

21.1.2009 08:20