Montag, 19. Jänner 2009

Dominik Wachta über das Modelbusiness:
Erstes Frühlingserwachen in Österreich

  • Modelbranche ist medial präsent wie selten zuvor
  • Die Zeit für eine Veränderung ist endlich gekommen

Ein turbulentes aber interessantes Jahr 2008 ist zu Ende gegangen und die Modelbranche war medial präsent wie selten zuvor. Ich hoffe auch einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben. Mein Ziel war es immer die Modelbranche ein wenig zu entstauben und für einen neuen, frechen, jungen Stil zu sorgen.

Das Modelbusiness in Österreich lag jahrelang in einem Dornröschenschlaf. Aus diesem muss es endlich wieder wachgeküsst werden, denn das Potenzial ist vorhanden. Doch ein kleines Frühlingserwachen hat bereits eingesetzt: Stellamodels hat z.B., schon ein Jahr zuvor, die Rechte am Elite Modellook erworben und diese Veranstaltung wieder zu dem gemacht, was ihr würdig ist.

Der Elite-Modellook ist zweifelsfrei eine der etabliertesten Veranstaltungen weltweit und bei Roberta in den besten Händen Österreichs. Ich sehe diesen Contest auch überhaupt nicht als Konkurrenz zu Österreichs Nächstes Topmodel, denn wir haben ganz andere Ziele.

ÖMTM ist, wie ihr alle wisst, die einzige Modelwahl die in jedes Bundesland tourt. Das Ziel ist es, derartig hochwertige Veranstaltungen, wie es eben eine Roberta schafft, in jedes Bundesland zu tragen. Hier gilt auch ein bisschen, der Weg ist das Ziel. Somit sind wir aber in einer absoluten Nische: Unsere landesweite Modelwahl ist nämlich der einzige Contest der wirklich eine österreichweite Siegerin ausrufen kann und die einzige Alternative zu dem für mich sehr dubiosen Misswahlbereich.

Fairerweise muss man sagen, dass mich aber auch Andrea Weidler mit ihrer Supermodel-Wahl qualitätsmäßig überzeugen konnte. Meine Aversionen ihr gegenüber beruhen eigentlich auf ihren, für mich extrem unglaubwürdigen, angeblichen Kampf gegen die Magersucht. Auch ihre Vergangenheit irritiert mich, die für mich alles andere als blütenweiss ist.

Ich glaube auch, dass sich Frau Weidler in ihrem fortgeschrittenen Alter, deshalb oftmals Model-Oma genannt, auch nicht mehr ändern wird. Den Beweis dafür hat sie für mich geliefert als sie bei der deutschen Castingkopie Austria's next Topmodel meinte, Models mit 92 Hüftumfang hätten im Modelbusiness nichts verloren.

Emotional, wie ich nunmal bin, habe ich im Kurier das auch hart kritisiert: "Einem Mädchen im Fernsehen zu sagen, dass sie mit einem Hüftumfang von 92 cm in der Modelbranche nichts verloren hat, treibt Mädchen meiner Meinung nach in die Magersucht. Was soll denn ein 1,80 m großes Mädchen anderes machen? Soll sie sich den Hüftknochen absägen?"

Gerade eine Frau Weidler hat sehr gute Medienkontakte und könnte, wenn sie wollte, diese wirklich dazu nutzen etwas zu verändern in der Branche. Tatsächlich habe ich aber das Gefühl, es ist ihr einfach egal und sie spult nur noch die letzten Jahre bis zur dringend fällig gewordenen Pension ab.

Sehr schade finde ich, dass in Österreich Leistung kaum gewürdigt wird. Ich beziehe dies jetzt weniger auf mich, vielmehr eigentlich auf ganz andere Leute. Iris Strubegger zum Beispiel ist eines der aktuellen internationalen Topmodels. Doch bis vor kurzem wussten viele Österreicher nicht einmal, dass es sie gibt.

Auch wird oft davon gesprochen, wir hätten noch nicht einmal ein internationales Topmodel gehabt. Da sieht man wieder eines: Einige in diesem Land machen alles nieder was österreichisch ist. Doch es ist kein Verbrechen stolz auf sein Land zu sein und es ist für mich auch keine politische Richtung, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung.

Und JA wir hatten internationale Topmodels und JA wir HABEN internationale Topmodels. Neben einer Iris Strubegger sind es natürlich Melanie Scheriau und Carmen Kreuzer - die es immerhin zur Muse von Meister Lagerfeld geschafft hat. Auch im Männer-Modelbereich gibt es einige, die international mithalten können, in der Vergangenheit findet man ebenso Paradebeispiele.

Also legen wir unser typisch österreichisches "suddern" endlich ab, spucken in die Hände und bewegen was. Verbessern wir das Modelbusiness, grenzen wir schwarze Schafe aus, kritiseren wir Mißstände und machen es selbst besser. Wenn schon ich, mit meinen 25 Lenzen das kann, werden es ja wohl erfahrenere Leute auch schaffen... Manda s`isch Zeit!

Dominik Wachta ist Inhaber der Model-Agentur "Jademodels International".

19.1.2009 09:01