NEWS-Redakteur Heinz Sichrovsky über den Sonderfall Ö1

Bisher durch Qualität geschützt.
Im apokalyptischen Untergangsgetöse um den ORF blieb eine Meldung aus der Presse vom 11. Jänner unbeachtet: Auf der Suche nach finanziellen Überlebensstrategien werde die Neustrukturierung des Radiosenders Ö1 diskutiert. Die Zahl der Hauptabteilungen solle reduziert und eine Ö3 oder FM4 vergleichbare Struktur geschaffen werden. Offenbar treibt der öffentlich-rechtliche Rundfunk rasend schnell dem Untergang entgegen. Kein Medienpolitiker, kein Generalintendant hat sich Ö1 je unsittlich genähert (dass man den bekannt zivilisationsaffinen Wrabetz in diese Richtung presst, haben diejenigen auf ihr Gewissen zu nehmen, die ihn von höchster politischer Stelle mobben). Der Sender hatte sich durch die Kraft seines Erfolgs den Status des Tabus erarbeitet. In welche unterirdischen Nebenhöhlen der Qualität man sich ORF-seitig auch verlor (und dabei noch dramatisch Quote abbaute): Ö1 legte immer noch zu, und zwar gerade weil man dort nicht daran dachte, sich von Schmuddelfinken und Radaubrüdern indoktrinieren zu lassen, mochten die nun aus dem eigenen Haus oder von der privaten Konkurrenz kommen. Mit einer erstklassigen Infrastruktur qualifizierter Abteilungen wird bei Ö1 ein unanfechtbares Programm gemacht. Das ist nicht billig. Aber teurer kommt, es infrage zu stellen:
Es kostet mittelfristig nicht mehr und nicht weniger als die Zwangsgebühren.
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