Sonntag, 18. Jänner 2009

Obama und Brown gegen Banken in Not: Weitere Hilfspakete für taumelnde Institute

  • USA: Staatliche "Bad Bank" soll faule Kredite kaufen
  • Großbritannien: Staatliche Versicherung für Banken

Angesichts der anhaltenden weltweiten Finanzkrise planen die Regierungen der USA und Großbritanniens neue Nothilfen für die taumelnden Banken. Großbritannien will die angeschlagenen Bankenriesen gegen die Risiken ihrer faulen Kredite versichern und den Steuerzahler dafür bürgen lassen. In den USA wird die Schaffung einer staatlichen "Bad Bank" zum Aufkauf fauler Kreditpapiere diskutiert.

Als eine andere Möglichkeit als die "schlechte Bank" gilt ein breiterer Einsatz staatlicher Garantien für problematische Anlagen von Geldhäusern. Laut "Wall Street Journal" will die US-Regierung nach neuen Milliardenverlusten amerikanischer Großbanken ihre Hilfen für die krisengeschüttelte Branche noch einmal ausweiten. Finanzministerium, Notenbank und die Behörde zur Einlagensicherung berieten demnach mit Mitgliedern der künftigen Regierung von Barack Obama eine Reihe von Optionen.

Daneben gehe es dem künftigen Präsidenten Obama und seiner Regierungsmannschaft darum, das grundsätzliche Problem der Krise aggressiv an der Wurzel zu bekämpfen: den Zusammenbruch am US-Immobilienmarkt und die damit verbundenen Milliardenausfälle im Geschäft mit verbrieften Hypothekenkrediten.

In Großbritannien soll die staatliche Versicherung den Banken als Sicherheitsnetz dienen und das blockierte Kreditgeschäft wieder ankurbeln. Eine Versicherung auf Staatskosten sei weniger kompliziert als die Schaffung einer staatlichen "Bad Bank", in der vergiftete Anlagen gebündelt würden, berichteten Medien unter Berufung auf Regierungskreise.

Die Pläne würden die Banken zwingen, reinen Tisch zu machen und sämtliche noch geheimen Belastungen offenzulegen. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown bestätigte, dass die Regierung am Montag ein neues Hilfspaket vorstellen will. (apa/red)

18.1.2009 19:10