Freitag, 16. Jänner 2009

Autokrise erfasst 12 Millionen Jobs in EU:
Zukunft der Autoindustrie "brutal schlecht"

  • 'Wird keine europaweite Verschrottungsprämie geben'
  • Staatliche Unterstützung als Wettbewerbsverzerrung

Die Finanzkrise hat die Autoindustrie der EU voll getroffen. Beim Autokrisen-Gipfel berieten die zuständigen Minister der EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel, wie der Industriezweig staatlich unterstützt werden kann. EU-Industriekommissar Günther Verheugen erklärte nach der Sitzung, insgesamt seien zwölf Millionen Jobs betroffen. Die Zukunft der Automobilindustrie sei "brutal" schlecht.

Der spanische Industrieminister Miguel Sebastian und der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson forderten kurz vor Beginn des Treffens ein koordiniertes Vorgehen der EU-Länder. Dies hat auch für Verheugen oberste Priorität. So sei es zwar hilfreich, die Nachfrage nach Autos mit Abwrackprämien zu stützen. Doch werde es den Wettbewerb verzerren, wenn einzelne Mitgliedstaaten Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe gewährten, sagte Verheugen.

Wirtschaftsminister Mitterlehner gab bei diesem Thema zu bedenken, dass die Verschrottungsprämie "sehr teuer" sei und die Finanzierung geregelt sein müsse, doch zeigte er sich gegenüber einer derartigen Maßnahme nicht abgeneigt. Jedes Land müsse das für sich entscheiden. Und "es wird keine europaweite Verschrottungsprämie geben".

Angesichts der Krise erwartet sich Mitterlehner auch für österreichische Unternehmen Geld von der EU. So forderten FPÖ und BZÖ die Einführung einer Verschrottungsprämie für Altautos. In dasselbe Horn stieß Wirtschaftskammer-Präsident Leitl. Die Einführung der Verschrottungsprämie wird von den Grünen stark kritisiert. Statt der Prämie solle auf ein Qualifizierungs- und Arbeitsmarktprogramm für die Beschäftigten und öffentliche Mittel für Forschung und Entwicklung gesetzt werden.
(apa/red)

16.1.2009 15:30