Freitag, 16. Jänner 2009

Infrastrukturausbau der ÖBB auf Schiene:
Bundesbahnen investieren heuer 600 Mio. €

  • Fahrgäste müssen mit Beeinträchtigungen rechnen
  • ÖBB-"Hauptschlagadern" sollen beschleunigt werden

Die ÖBB werden heuer rund 600 Millionen Euro in Instandhaltung und Instandsetzung der bestehenden Infrastruktur investieren und stimmen ihre Fahrgäste auf Beeinträchtigungen ein, die sich daraus ergeben. Zu den Arbeiten gehören nicht nur Bahnhofsumbauten in Wien und Salzburg, sondern auch etliche an den ÖBB-"Hauptschlagadern" im Westen und Süden von Wien. Zusätzlich kommen noch Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket der Regierung dazu.

"In den Neunzigerjahren ist dem Bestandsnetz zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Daher haben wir einen Aufholbedarf", sagte Andreas Matthä von der Infrastruktur-Baugesellschaft. Matthä wird heuer 500 Mio. Euro für Instandhaltungsinvestitionen ausgeben, sein Kollege Herwig Wiltberger von der Infrastruktur Betriebsgesellschaft noch einmal 100 Mio. Euro. Dazu kommen noch Hunderte Millionen für den Neu- und Ausbau. 2009 belaufen sich die Investitionen der ÖBB insgesamt auf 1,8 Mrd. Euro.

Insgesamt erneuert die ÖBB auf 1.500 Baustellen ihre Strecken und Bahnhöfe, geschätzte 40 Prozent der (Bestands)Investitionen werden in Eigenregie durchgeführt. Zu den Vorhaben 2009 gehören Arbeiten, um die die Westbahn schneller zu machen. Die modernen Railjets, die seit vergangenem Dezember sukzessive in Dienst gestellt werden, erreichen zwar 230 km/h, an manchen Stellen muss aber wegen der Beschaffenheit der Strecke langsamer gefahren werden.

Arbeiten an allen Wiener Bahnhöfen
Auf der Westbahn werden jährlich 30 Millionen Passagiere transportiert. Bis 2012/13 soll die Strecke Wien-St. Pölten, also Wienerwald- und Lainzer Tunnel sowie 44 Kilometer Gleis im Tullner Feld, neu gebaut werden. Bauarbeiten finden u.a. an praktisch allen Wiener Bahnhöfen mit Ausnahme des Franz Josefs-Bahnhofs sowie am Hauptbahnhof in Salzburg statt. Im Mai und Juni wird die Ennstalstrecke wegen Sanierungsarbeiten ganz gesperrt. In Kärnten wird bei Pörtschach ein Geschwindigkeits-"Flaschenhals" beseitigt. Der Arlbergtunnel wird im April ganz zugemacht.

Die ÖBB werden ihre Kunden über alle zur Verfügung stehenden Kanäle vom Internet bis zu Duchsagen und Wegeleitsysteme informieren, versprechen Personenverkehrschefin Gabriele Lutter und Wiltberger.

Das von der Regierung geplante Konjunkturpaket/Bahn fließen bis 2012 rund 700 Mio. Euro, davon sollen im heurigen Jahr um die 100 Mio. Euro ausgegeben werden. Die genaueren Maßnahmen werden erst in den nächsten Wochen bekannt. ÖBB-Manager Matthä sagte, die Arbeiten würden "flächig verteilt", um auch Klein- und Mittelbetriebe zum Zug kommen zu lassen.
(apa/red)

16.1.2009 11:40