Samstag, 17. Jänner 2009

"Gas-Thriller" steuert auf Showdown zu:
Moskau und Kiew kämpfen um Krisenlösung

  • Putin und Timoschenko zu persönlichen Gesprächen
  • Auch Vertreter der EU-Länder beraten in Moskau

In Moskau hat heute Nachmittag der internationale Krisengipfel zur Beilegung des Gas-Streits zwischen der Ukraine und Russland begonnen. Russlands Präsident Medwedew versprach, dass Russland alles tun werde, um den Gas-Notstand in der EU zu beenden. Der russische Gasmonopolist Gazprom erwartete die Unterzeichnung eines Gas-Abkommens mit der Ukraine noch heute.

"Wir werden ein Dokument unterschreiben", wurde Konzernsprecher Kuprijanow am Rande der bilateralen Gespräche von Regierungschef Wladimir Putin und seiner ukrainische Amtskollegin Timoschenko zitiert: "Die zentrale Frage ist jetzt die Frage des Transits." Bei ihrem ersten Treffen seit Monaten wollten Putin und Timoschenko unter anderem über neue Gaspreise und Lieferbedingungen für die Ukraine verhandeln. Die Ukraine erhält bereits seit 1. Jänner kein Gas mehr aus Russland. Laut russischen Regierungsangaben nahmen neben den Energieministern beider Länder auch der Chef des russischen Staatsmonopolisten Gazprom, Alexej Miller, und Oleg Dubina vom ukrainischen Energieversorger Naftogaz an den russisch-ukrainischen Gesprächen teil, die für den Gipfel kurzfristig unterbrochen wurden.

Aus der EU reiste neben Tschechiens Energieminister Riman als Vertreter des EU-Vorsitzes auch Energiekommissar Piebalgs zu dem Gipfel an, um Druck auf Russland und die Ukraine auszuüben. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld dafür, dass seit zwölf Tagen kein russisches Gas mehr über die Ukraine nach Westeuropa gelangt. (apa/red)

17.1.2009 17:11