Cosa Nostra leidet unter Wirtschaftskrise: Weniger Lohn für sizilianische Mafiosi
- Wegen Rezession weniger Geld aus Erpressungen
- Neapel: Behörden warnen vor Macht der Camorra
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Billionen Euro steigen
Auch die Cosa Nostra auf Sizilien leidet unter der Wirtschaftskrise. Wie aus Ermittlungen der Staatsanwälte hervorgeht, haben die Mafia-Paten die "Gehälter" reduziert, die die kriminelle Organisation ihren Mitarbeitern zukommen lässt. Da Kaufleute und Unternehmer nicht mehr so viel verdienen wie früher, kassiere die Cosa Nostra weniger Erpressungsgeld.
Die Gehaltsreduzierung für die Mafiosi wurde von Mafia-Boss Gaetano Lo Presti beschlossen, der im Dezember mit weiteren 90 Bossen verhaftet wurde und sich wenige Tage später im Gefängnis erhängt hat, berichtete die italienische Tageszeitung "La Repubblica".
In Neapel warnen die Behörden vor der zunehmenden Macht der Camorra. Dieser Arm der Mafia ist in der Vesuvstadt in Krisenzeiten Brotgeber für Hunderte Menschen. Die Polizei hat bei einem Mafia-Boss eine Liste der "Gehälter" beschlagnahmt, die die Organisation ihren Mitarbeitern zukommen lässt. Auf der mittleren Ebene verdienen diese demnach mehrere tausend Euro im Monat.
Manager-Gehälter in der Mafia
Kleinere Camorra-Bosse und ihre Stellvertreter erhalten ein "Monatsgehalt" zwischen 5.000 und 7.000 Euro. Bei den Chefs der Organisation wächst das Gehalt auf das Niveau eines Managers an. Sie verdienen etwa 15.000 Euro pro Monat, berichtete die Tageszeitung. Die Camorra zahlt auch "Prämien", deren Höhe von der Zuverlässigkeit eines "Camorrista", seinem Alter und seiner Funktion abhängen.
Die Liste mit den Gehältern der Camorristi wurde im Laptop des Camorra-Bosses Bruno Buttone gefunden. Er hat mehr als 250 Personen, mehrheitlich Kaufleute und Bauunternehmer, erpresst. Kaufleute müssen dreimal jährlich "Schutzgeld" zahlen, Bauunternehmer sogar häufiger, hieß es.
Einziger Brotgeber
Die neapolitanische Bürgermeisterin Rosa Russo Jervolino gab kürzlich zu, dass die organisierte Kriminalität in einigen Stadtvierteln der einzige Brotgeber sei. "Leider werden die Camorra-Mitglieder in einigen Stadtvierteln als Helden betrachtet. Ganze Familien sind von ihnen abhängig", sagte die Bürgermeisterin.
(apa/red)
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