Mittwoch, 14. Jänner 2009

voest führt Kurzarbeit ein: 10 Prozent der Mitarbeiter dürfen jetzt weniger arbeiten

  • Finanzkrise: Konzern will so Kündigungen verhindern
  • Erstmals seit Jahren wurden Werksferien eingeführt

Für rund 10 Prozent der 42.000 Mitarbeiter des voestalpine-Konzerns gilt in den kommenden Monaten Kurzarbeit. Leiharbeiter werden abgebaut. Zur Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen werden auch andere Arbeitszeitmaßnahmen wie der Abbau von Überstunden, Resturlauben und Zeitguthaben ausgedehnt, teilte das Unternehmen mit.

Bei den von Kurzarbeit Betroffenen handelt es sich einerseits um rund 1.500 Beschäftigte an deutschen, holländischen und österreichischen Standorten der Division Automotive. Andererseits wird rund ein Viertel - das sind 2.500 Mitarbeiter - der Division Stahl in den kommenden drei Monaten um rund 15 Prozent weniger arbeiten. Sie müssen dafür eine Reduktion ihrer Bezüge um bis zu 10 Prozent hinnehmen. "Die derzeitige Konjunktursituation wird von uns allen eine erhebliche Opferbereitschaft verlangen. Nur so wird es gelingen, betriebsbedingte Kündigungen größeren Ausmaßes, zu vermeiden", schwor Vorstandsvorsitzender Wolfgang Eder die Belegschaft auf den bevorstehenden Kurs ein.

In Österreich würden rund 150 Mitarbeiter das Angebot einer geförderten Bildungskarenz in Anspruch nehmen. Eine neue interne Personaldrehscheibe soll Mitarbeiter innerhalb des Konzerns weitervermitteln.

Werksferien wieder eingeführt
Das voestalpine-Werk in Linz machte zum Jahreswechsel zum ersten Mal seit Jahren zwei Wochen Werksferien. Damit wollte man die Produktion um 150.000 Tonnen Stahl drosseln. Über eine mögliche weitere Woche im Februar, die zusätzlich 100.000 Tonnen bringen würde, soll im Jänner entschieden werden.

Der voestalpine-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende März) einen Umsatz von mehr als 10 Mrd. Euro und beschäftigt weltweit über 42.000 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte außerhalb Österreichs. Die Unternehmensgruppe ist mit 360 Produktions- und Vertriebsgesellschaften in über 60 Ländern der Welt vertreten.

(apa/red)

14.1.2009 15:02