Montag, 12. Jänner 2009

Jubelmeldung für ein fröstelndes Europa:
Medwedew kündigt neue Gaslieferungen an

  • Auch die EU bestätigt Moskaus Öffnen der Gashähne
  • Schuldfrage? "Die Anwälte werden viel zu tun haben"

Zwei Wochen nach Beginn des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine dürfen nun zahlreiche Länder Europas auf eine Wiederaufnahme der bei den derzeitigen Temperaturen dringend benötigten Gaslieferungen hoffen. Ab Dienstag um 8 Uhr MEZ könne das Gas wieder strömen, "sofern es keine Hindernisse gebe", sagte Russlands Präsident Medwedew in Moskau.

Zuvor hatten nach einer erneuten Vermittlung der Europäischen Union alle Beteiligten ein Abkommen unterzeichnet, das den Einsatz von Beobachtern entlang der Gasleitungen durch die Ukraine vorsieht. Der stellvertretende Gazprom-Vorstandschef Alexander Medwedew sagte, er könne nicht einschätzen, wie lange das Gas ab der Wiederaufnahme der Lieferungen nach Europa brauche. Dies hänge auch von den Transportkapazitäten der Ukraine ab, die Gazprom nicht einschätzen könne.

Auf die Frage nach einer allfälligen Untersuchung, wer die Schuld am Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine habe, sagte der Gazprom-Vizechef: "Die Anwälte werden ziemlich viel zu tun haben, um unsere Interessen zu schützen."

Auch EU bestätigt Lieferungen
Dass wieder Gas aus Russland nach Europa fließen könnte, hat auch EU-Sprecher Johannes Laitenberger in Aussicht gestellt. "Ministerpräsident Wladimir Putin hat bestätigt, dass die russischen Gaslieferungen wieder aufgenommen werden könnten, sobald die Beobachter vor Ort sind", sagte er in Brüssel. Alle Bedingungen seien nun erfüllt.

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine über höhere Preise hatte die Gasversorgung Europas in den vergangenen Tagen schwer beeinträchtigt. Seit Mittwoch floss kein russisches Gas mehr durch die Ukraine nach Westen.

(apa/red)

12.1.2009 19:43