Real Madrid steht ohne Präsidenten da: Calderon erklärt nach Skandal Rücktritt
- Wahlbetrug bei Verabschiedung des Vereins-Budgets
- Vize Boluda nun bis Saisonende Interims-Präsident

Ramon Calderon hat seinen Rücktritt als Präsident des spanischen Fußballmeisters Real Madrid auf einer Pressekonferenz öffentlich bestätigt. "Gegen die Empfehlungen des Vorstands habe ich mich dazu entschlossen, zurückzutreten", sagte Calderon, der das Amt seit 2006 bekleidete. "Ich habe Fehler begangen, aber nichts Unrechtmäßiges getan. Ich gehe mit erhobenem Haupt."
Als Interimspräsident soll der bisherige Vize Vicente Boluda bis zum Ende der Saison die Geschicke des Clubs lenken, hieß es. Dann solle ein neuer Vereinspräsident gewählt werden. Die Sportzeitung "Marca" hatte aufgedeckt, dass an der Abstimmung zur Verabschiedung des Etats mehrere falsche Delegierte teilgenommen hatten, die nicht stimmberechtigt waren.
Umstrittener Präsident
Calderon räumte die Manipulation ein, erklärte aber, damit nichts zu tun gehabt zu haben. Seine Amtszeit war schon vorher von mehreren Skandalen überschattet gewesen. Der Clubchef, dessen Mandat bis 2010 gelaufen wäre und der zuletzt seinen Rückzug ausgeschlossen hatte, musste sich finanzielle Unregelmäßigkeiten und Freunderlwirtschaft vorwerfen lassen.
Unter Calderon wurde Real in den vergangenen beiden Jahren jeweils spanischer Meister. Die Erfolgstrainer Fabio Capello und Bernd Schuster wurden jedoch trotz ihrer Titelgewinne später entlassen.
(apa/red)
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