Donnerstag, 15. Jänner 2009

Hamilton für Ferrari-Duo stärkster Rivale:
Massa kündigt Weltmeister harten Kampf an

  • "Bin jetzt vielleicht in bester Position meiner Karriere"
  • Herzschlagfinale geistert ihm noch im Kopf herum

Das Ferrari-Duo Felipe Massa und Kimi Räikkönen erwartet Weltmeister Lewis Hamilton erneut als stärksten Widersacher im Titelrennen. "Jeder startet nach den umfassenden Regeländerungen bei Null. Aber Lewis ist wahrscheinlich unser größter Rivale", sagte Massa beim traditionellen Ferrari-Medientreffen im Skiort Madonna di Campiglio.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kündigte der Brasilianer dem britischen McLaren-Mercedes-Piloten einen heißen Kampf um den Formel-1-Titel an: "Weltmeister zu werden ist das Wichtigste. Ich bin jetzt vielleicht in der besten Position meiner Karriere." Teamkollege Räikkönen verzichtete auf eine klare Titelansage: "Ich hoffe, dass wir die WM gewinnen, will aber nichts versprechen."

Finale geistert noch in Kopf herum
Das Herzschlagfinale von Sao Paulo, wo er trotz seines souveränen Sieges im Regenchaos praktisch in der letzten Kurve den greifbar nahen Titel noch verloren hatte, geistert Massa immer noch im Kopf herum. "Ich will aber aus diesen Erfahrungen lernen", sagte der 27-Jährige. Der um einen Punkt verpasste WM-Triumph soll ihn nicht bremsen. "Wir haben die WM nicht wegen uns verloren, sondern wegen der speziellen Umstände." In dieser Saison soll die Korrektur erfolgen.

Räikkönen will nach seiner enttäuschenden Vorsaison wieder in die Erfolgsspur von 2007 zurückzufinden, wo er bei seinem Ferrari-Debüt auf Anhieb Weltmeister geworden war. Ständige Spekulationen, er habe nicht mehr genug Motivation, lassen den finnischen "Iceman" kalt: "Wenn ich keinen Erfolgshunger hätte, wäre ich nicht mehr dabei."

Kubica, Heidfeld und Alonso Geheimtipps
Neben Hamilton traut das Ferrari-Duo auch BMW-Sauber mit Robert Kubica und Nick Heidfeld sowie Renault-Rivale Fernando Alonso einiges zu. "Alonso ist ein guter Fahrer. Es hängt davon ab, wie gut sein Auto ist", sagte Räikkönen. Wenn Renault weiterhin so Fortschritte mache wie in der zweiten Saisonhälfte 2008, könne es sein, dass der zweifache Champion aus Spanien um den Titel kämpfe.

Die ständigen Spekulationen, Alonso könne bald für die Scuderia fahren, langweilen die Stammbesatzung inzwischen. "Seit eineinhalb Jahren heißt es, Alonso komme zu Ferrari. Und er ist immer noch nicht da", sagte Massa. "Mein Vertrag läuft bis Ende 2010. Dann schauen wir mal, ob er kommt." Räikkönen verwies ebenfalls auf seinen Zweijahreskontrakt: "Ich mache mir wegen der Gerüchte keine Sorgen."

Einfluss der Wirtschaftskrise
Auf Fragen, ob angesichts der Wirtschaftskrise und zehntausender um ihren Job bangender Beschäftigter nicht eine Gehaltsobergrenze oder sogar eine Gehaltskürzung angebracht sei, reagierten die Top-Verdiener reserviert. "Ich will in die Debatte nicht reingezogen werden", blockte Räikkönen, dessen Jahressalär auf 17 Mio. Euro geschätzt wird, ab. Sein knapp zehn Millionen kassierender Teamkollege räumte immerhin ein, über Lohneinbußen genau so wenig erfreut wie jeder andere zu sein: "Man muss erst die Bereiche nehmen, wo gespart werden kann, und sollte keine Leute entlassen."

Bei den radikalen Regelreformen wurden beide wieder gesprächiger. Massa stufte die komplett veränderte Aerodynamik als größten Wechsel ein. "Bei KERS muss man nur einen Knopf drücken", sagte er zum neuen Energierückgewinnungssystem. "Die Slicks geben mehr Haftung." Allerdings müssten sich die Fahrer erst an die Neuerungen gewöhnen und noch viel lernen.

(apa/red)

15.1.2009 15:10
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