Sonntag, 18. Jänner 2009

Toni Giger gesteht Abfahrts-Debakel ein:
Cheftrainer hat aber Zuversicht für Kitzbühel

  • Lobende Worte für Walchhofers Abschluss der Fahrt
  • Kein Hoffnung auf Scheiber-Comeback in Kitzbühel

Österreichs Herren-Cheftrainer Toni Giger hat bei der Analyse der historischen Abfahrts-Pleite von Wengen nicht lange um den heißen Brei geredet. "Angesichts dieses Ergebnisses muss man von einem Debakel sprechen. Aber es ist schon sehr viel zusammengekommen, dass dann so etwas rausgekommen ist", meinte Giger, der trotz des schlechtesten Abfahrt-Ergebnisses seit fast 15 Jahren - Georg Streitberger war als Bester 18. - auch "positive Kleinigkeiten" gesehen hat.

Giger strich vor allem Michael Walchhofer hervor, der trotz seines kapitalen Schnitzers im Kernen-S das Rennen zu Ende fuhr und Rang 26 und somit fünf Weltcup-Punkte holte. "Andere Läufer hätten abgeschwungen. Man hat wieder gesehen, wie stark Walchhofer im Kopf ist. Das waren fünf wertvolle Punkte, die möglicherweise den Abfahrts-Weltcup entscheiden können", so Giger über den Salzburger, der derzeit in der Disziplinenwertung genau diese fünf Punkte vor dem US-Amerikaner Bode Miller in Front liegt.

Österreich weist derzeit in der Abfahrt mit Walchhofer und Klaus Kröll zwei Sieg- bzw. Podest-Läufer auf. "Mehr haben wir nicht. Vor allem, weil uns mit Buder, Grugger, Scheiber und Schönfelder vier Stockerlfahrer fehlen. Das ist ein Faktum, um das man nicht herum kommt", wies Giger aufs Verletzungspech innerhalb seiner Truppe hin.

Kein Scheiber-Comeback in Kitzbühel
Mit dem von Scheiber im Idealfall angestrebten Comeback in Kitzbühel wird es nichts. "Dafür fehlt mir noch das Vertrauen ins Knie", berichtete der Tiroler, der nach seiner Verletzung im rechten Knie immerhin bereits wieder auf die Ski steigen konnte. "Aber zwischen Freifahren und Stangenfahren besteht noch ein Riesenunterschied", meinte Giger.

Auch der im Training in Wengen schwer gestürzte Thomas Graggaber wird laut Giger aufgrund seiner neuerlichen Schulterverletzung "einige Zeit" pausieren müssen, ein Start in Kitz ist ausgeschlossen.

Folgen für das große Heimspiel in der kommenden Woche in Kitzbühel fürchtet Giger durch den verhauten Wengen-Auftritt überhaupt nicht. "Für mich hat das nichts mit Kitzbühel zu tun. Außer, dass die Leute, die in Wengen schnell waren, mit einem gestärkten Rücken nach Kitzbühel fahren. Aber Walchhofer und Kröll können weiterhin jederzeit aufs Stockerl fahren oder sogar gewinnen. Wir werden schauen, dass unsere Leute locker und frei ins Rennen gehen."

Kröll erlitt "schwere Verletzung"
Die Handgelenksblessur von Kröll bezeichnete Giger allerdings als "schwere Verletzung", umso bewundernswerter wäre sein Wengen-Start gewesen. "Man muss schon immer wieder sagen, dass das unglaublich wilde Hunde sind." Kröll wird auch in Kitz gehandicapt sein. "Aber immerhin muss man auf der Streif nicht antauchen beim Start", erklärte Kröll.
(apa/red)

18.1.2009 12:31