Abfahrtsschlacht auf dem Lauberhorn: Der Klassiker von Wengen fasziniert aufs Neue
- "Um zu gewinnen, braucht man gnadenlose Härte"
- Cuche und Miller sind Walchhofers größte Rivalen

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Benni Raich zum Wengen-
Auftakt auf siebtem Platz
Auf die Abfahrer wartet am heute (12.30 Uhr LIVE auf news.at) mit dem Lauberhorn-Klassiker in Wengen die mit 4.480 Metern längste Prüfung des Weltcups. "Um hier zu gewinnen, braucht man gnadenlose Härte", stellt Michael Walchhofer klar. Wengen ist Herausforderung pur. Eine rund zweieinhalbminütige Fahrt über Schlüsselstellen wie den Hundschopf, die Minschkante, den bis zu 160 km/h schnellen Hanneggschuss oder das (entschärfte) Ziel-S.
Bereits in den beiden Trainings hat das Lauberhorn den Athleten die Zähne gezeigt, wie u.a. die schweren Stürze der beiden Österreicher Klaus Kröll und Thomas Graggaber sowie des Schweden Markus Larsson bewiesen haben.
Als seine fünf schärfsten Herausforderer sieht Walchhofer Lokalmatador Didier Cuche, Titelverteidiger Bode Miller, den an der rechten Hand verletzten Kröll, Bormio-Sieger Christof Innerhofer sowie den im Training starken Andrej Jerman. "Der absolute Topfavorit heißt aber Cuche. Er war im Training brutal schnell und ist heiß auf einen Heimsieg", meinte Walchhofer über den Eidgenossen, der noch auf seinen ersten Wengen-Sieg wartet.
In der Siegerliste
Walchhofer hat auf dem Lauberhorn bereits gewonnen, 2005 hatte der Salzburger für den 15. und bis dato letzten ÖSV-Abfahrtssieg in Wengen gesorgt. Doch der 33-Jährige hat nicht nur gute Erfahrungen in Wengen gesammelt, gleich dreimal (2002, 2003, 2007) hat das Lauberhorn Walchhofer brutal abgeworfen. "Natürlich versucht man aus solchen Fehlern zu lernen. Aber das Beste ist das Verdrängen. Als Rennläufer ist es unausweichlich, dass man so etwas verdrängt."
Keine Chance zum Verdrängen der Schmerzen hat Kröll, dessen Träume vom ersten Weltcup-Sieg durch einen schweren Sturz im Donnerstag-Training gedämpft worden sind. Der Steirer hat sich eine Handgelenksprellung zugezogen, will aber das Rennen bestreiten. "Wenn es irgendwie geht, werde ich starten", hoffte Kröll, der hinter Walchhofer Rang zwei im Abfahrts-Weltcup belegt.
Puls weit über 200
Nicht nur für Kröll ist Wengen gemeinsam mit Bormio die konditionsraubendste Abfahrt der Welt. "Beim Hanneggschuss spürt man, dass die Kraft nicht mehr wirklich da ist. Dann heißt es beißen", so Kröll, der seinen Puls im Wengen-Ziel auf 210 schätzt. Und auch Walchhofer meinte: "Mit Bormio ist Wengen die krasseste Abfahrt bezüglich Fitness."
Auch Hermann Maier hat Probleme mit seiner rechten Hand, der auch von Rückenschmerzen geplagte Salzburger hat sich im Training eine Daumenverletzung zugezogen. Für den 36-Jährigen ist aber die Abfahrt ohnehin "nicht mein oberstes Ziel, der Super-G hat Priorität bei mir". Kein Zweifel besteht für Maier, dass die Kulisse der Abfahrt am Fuße der Berge Eiger, Mönch und Jungfrau einmalig ist. "Das ist die schönste Abfahrt des Weltcups. Alleine die Passage Hundschopf ist einzigartig."
(apa/red)
