Abfahrer schwingen sich auf Wengen ein:
Lauberhorn-Klassiker Reise in andere Welt
- ÖSV-Star Benni Raich: "Wengen ist wie Jurassic Park"
- Ziel-S wurde heuer aus Sicherheitsgründen entschärft

·Cuche Schnellster
im 1. Wengen-Training
Hermann Maier erlebt eine Schrecksekunde
·Klaus Kröll hofft
auf den Loitzl-Effekt
Abfahrts-Ass ist bereits überfällig für ersten Sieg
·Für die Jungen sind jetzt Startplätze frei
ÖSV-Verletzungspech bringt Youngsters Chance
Die Schweizer Weltcup-Wochen im Berner Oberland gehen weiter. In Wengen wartet die 79. Auflage des Lauberhornrennens. Eröffnet wurde der Klassiker der Klassiker mit dem ersten Training auf der mit 4,48 km längsten Abfahrt des Weltcups. Allerdings hat die Sicherheitsdiskussion im Weltcup dazu geführt, dass das legendäre Ziel-S im Spätsommer entschärft wurde.
Die Abfahrer tauchen in Wengen in eine andere Welt ein. Am Fuße der Berge Eiger, Mönch und Jungfrau scheinen die Uhren ein wenig langsamer zu ticken. Der auf 1.274 m gelegene und autofreie Kurort ist ausschließlich mit dem Zug zu erreichen. "Wengen ist wie Jurassic Park", brachte es der aktuelle Gesamt-Weltcup-Leader Benjamin Raich auf den Punkt. "Das ist ein echtes Urgestein, eine traditionelle, sensationelle Strecke", schwärmt der Abfahrts-Weltcup-Führende Michael Walchhofer. Auch Hermann Maier zeigt sich immer wieder tief beeindruckt: "Das ist die schönste Kulisse, die wir weltweit haben."
Abfahrtslauf am Limit
So idyllisch die Stimmung, so berüchtigt ist Wengen aus sportlicher Sicht. Rund zweieinhalb Minuten lang gehen die Athleten über Hundschopf, Minschkante, Brüggli, Hanegg-Schuss und Ziel-S ans Limit. Doch 2009 ist Wengen ein wenig anders, denn als Folge des Sturzes von Matthias Lanzinger und der Sicherheitsdiskussion wurde das Ziel-S, in dem 1991 der Österreicher Gernot Reinstadler tödlich verunglückte, entschärft.
Man darf gespannt sein, wie sich die Verbreiterung um rund 15 m und das Abtragen der Kante wirklich auswirken, das erste Training wird die ersten Aufschlüsse bringen. Die Europacup-Abfahrten in Wengen vergangene Woche waren nicht bis zum Weltcup-Ziel, sondern nur vom Kombinationsstart bis Seilersboden gegangen. Trotz der Veränderung dürfte Wengen weiter ein Fall für die absoluten Routiniers bleiben, seit 2002 haben mit Stephan Eberharter (zweimal), Bruno Kernen, Michael Walchhofer, Daron Rahlves und Bode Miller (zweimal) ausnahmslos gestandene Abfahrer gewonnen.
(apa/red)
