Beeindruckende Ausbeute: ÖSV-Techniker präsentierten sich in Adelboden in Galaform
- WM-Teams in technischen Disziplinen so gut wie fix
- Jungväter Herbst & Pranger ließen es endlich krachen

·Adelboden für ÖSV- Herren tolles Terrain
Herbst gewinnt Slalom vor Teamkollege Pranger
·"Blitz aus Pitz" macht
Adelboden unsicher
Benjamin Raich feiert Triumph im Riesenslalom
Knapp drei Wochen vor der WM in Val d'Isere haben Österreichs Ski-Herren dem Verletzungsteufel die kalte Schulter gezeigt und ein Traum-Wochenende in Adelboden hingelegt: Sieg im Riesentorlauf durch den neuen Gesamt-Weltcup-Leader Benjamin Raich, Doppel-Triumph im Slalom durch Reinfried Herbst und Manfred Pranger. Einen derartigen Doppelpack einer Nation auf dem traditionsreichen Chuenisbärgli hatte es zuvor in der Weltcup-Geschichte noch nie gegeben.
Schön langsam nehmen die ÖSV-WM-Teams in den technischen Disziplinen konkrete Formen an. Im Riesentorlauf haben Raich und Hannes Reichelt ihre Tickets fix, auf die zwei weiteren Plätze hoffen mit Marcel Hirscher, Christoph Gruber, Philipp Schörghofer, Stephan Görgl und Romed Baumann gleich fünf Mann. Im Slalom spricht derzeit alles für das Quintett Mario Matt (Titelverteidiger), Raich, Herbst, Pranger und Hirscher.
Stressige Tage
Allerdings haben die Slalom-Asse vor der WM noch viel Arbeit in Form von vier Rennen vor sich. Der nächste Klassiker wartet bereits am Sonntag in Wengen, davor stehen auf dem Lauberhorn noch Super-Kombination (Freitag) und Abfahrt (Samstag) auf dem Programm.
Ein, zwei freie Tage mit ihrem Nachwuchs haben sich die Jungväter Herbst und Pranger verdient, denen nach den Plätzen eins und zwei am Sonntag die Erleichterung ins Gesicht geschrieben war. "Vier Jahre lang habe ich gewerkt wie ein Blöder", freute sich vor allem Pranger über seinen ersten Podestplatz seit Jänner 2005 (Sieg in Schladming).
Im Nachhinein bezeichnete Pranger aber den Kreuzbandriss im Dezember 2007 in Alta Badia als "Neustart". "Bis zur Verletzung war ich extrem verkrampft. Danach habe ich neue Akzente im Training gesetzt und es auch geschafft, mich nur aufs Skifahren zu konzentrieren." Zudem macht sich laut Pranger die Reduzierung seines Kampfgewichtes von 93 auf 87 kg stark bemerkbar.
Bessere Nerven
Die Verbesserung seiner Nervenstärke kam Pranger nach seiner Halbzeitführung in Adelboden zugute. "Vor fünf Jahren habe ich in Adelboden auch geführt, da hätte ich mich am liebsten in ein Schneeloch verkrochen. Diesmal war ich sehr ruhig."
Auch Herbst gönnte seinem Teamkollegen die Rückkehr aufs Stockerl von ganzem Herzen. "Weil der Manni einfach extrem hart arbeitet." Herbst, der selbst bereits sechs Knie-Operationen hinter sich hat, vergaß in der Stunde des Sieges nicht auf seine derzeit verletzten ÖSV-Kollegen. "Grugger, Buder, Scheiber - das könnten allesamt Seriensieger sein. Ich krieg eine Ganslhaut, wenn ich daran denke, wie viel Pech manche Athleten haben. Ich wünsche ihnen alles Gute."
(apa/red)
