Zahlreiche Spitäler in Gaza sind beschädigt:
Gesundheitsversorgung droht der Kollaps
- Schwerverletzte dauerhafte Belastung für System
- Bedrohtem Gebiet droht humanitäre Katastrophe

Die medizinische Versorgung im Gazastreifen steht nach UNO-Angaben vor dem Kollaps. Dem palästinensischen Gebiet drohe eine humanitäre Katastrophe, erklärte Tony Laurance, der Leiter des Büros der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Gaza. Seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember seien 16 Gesundheitseinrichtungen bei Angriffen beschädigt worden, darunter Krankenhäuser und Sanitätsstationen. Die Angriffe seien eine schwere Verletzung internationalen Rechts, sagte Laurance telefonisch aus Gaza.
Mitarbeiter durchsuchten die Trümmer des am Vortag zerstörten fünfgeschossigen Al-Quds-Krankenhauses, das von der palästinensischen Roten-Halbmond-Gesellschaft betrieben wurde. Doch aus den ausgebrannten Ruinen gab es nichts Verwertbares mehr zu bergen. Laut Laurance wurden die meisten Patienten in das Shifa-Krankenhaus verlegt, das aber bereits vorher überbelegt war. "Sie haben das Krankenhausgebäude angegriffen. Es fing Feuer. Wir haben versucht, die Kranken und die Verletzten und die Anwesenden in Sicherheit zu bringen", erzählte der Sanitäter Ahmad al-Has am Freitag dem Fernsehnachrichtendienst APTN. "Feuerwehrleute kamen und löschten den Brand, der aber wieder ausbrach. Sie löschten ihn wieder, und er loderte noch ein drittes Mal auf." Am Vortag hatte ein Augenzeuge erklärt, 400 Patienten und Mitarbeiter seien kurzzeitig in dem Gebäude gefangen gewesen.
WHO-Büroleiter Laurance sagte, seit Beginn des Krieges seien 13 Angehörige des Gesundheitsdienstes getötet und 22 verletzt worden. 16 Krankenwagen wurden zerstört. Operationssäle und Intensivstationen arbeiteten an der Kapazitätsgrenze, bei den Betten sei sie bereits fast erreicht. Angesichts einer großen Zahl von Schwerverletzten, Amputationen und Kopfverletzungen sei mit dauerhaften Belastungen für das Gesundheitswesen in Gaza zu rechnen. Da die internationale Anteilnahme überwältigend sei, brauche das Gebiet aber keine zusätzlichen Ärzte oder Arzneien. Was die WHO benötige, sei Geld, sagte Laurance.
(apa/red)
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