Donnerstag, 15. Jänner 2009

Israel schickt seinen Verhandler nach Kairo:
Will Unterhändlern "in erster Linie zuhören"

  • Verhandler Amos Gilad auf diplomatischer Mission
  • Ägypten wird Israel Hamas-Bedingungen übermitteln

Israel schickt heute seinen Spitzenverhandler Amos Gilad nach Kairo, um in den Bemühungen um eine Waffenruhe im blutigen Gaza-Konflikt weiterzukommen. Gilad werde den ägyptischen Unterhändlern, die die indirekten Verhandlungen mit der radikalen Hamas vermitteln, "in erster Linie zuhören", sagte eine Sprecherin des Ministerpräsidentenamtes in Jerusalem. Der Top-Beamte im Rang eines Abteilungsleiters im israelischen Verteidigungsministerium war bereits in der Vorwoche in Kairo gewesen.

Dem Vernehmen nach wird Gilad von seinen ägyptischen Gesprächspartnern die Antworten zu hören bekommen, die die Hamas-Führung in Hinblick auf die ägyptische Friedensinitiative formuliert hat. Einzelheiten wurden dazu nicht bekannt. Auf einer tumultartigen Pressekonferenz in Kairo, die knapp fünf Minuten dauerte, sagte der Hamas-Unterhändler Salah al-Bardawil nur so viel, dass seine Organisation den ägyptischen Vermittlern ihre "detaillierte Vision in Hinblick auf die palästinensischen Forderungen und Bedürfnisse" unterbreitet habe.

Die ägyptische Initiative ist ein Rahmenvorschlag, der eine dauerhafte Waffenruhe, ein Ende des Waffenschmuggels zugunsten militanter Palästinenser in den Gazastreifen und eine Aufhebung der israelischen Blockade des Mittelmeer-Küstensteifens vorsieht. Israel legt die Betonung auf strikte Maßnahmen zur Unterbindung des Waffenschmuggels, die Hamas auf einen sofortigen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen und auf ein Ende der israelischen Blockade.
(apa/red)

15.1.2009 08:22