Mittwoch, 14. Jänner 2009

Jihad gegen israelische Militäroffensive: Osama bin Laden ruft zum Heiligen Krieg auf

  • Terror-Chef meldet sich in neuer Internet-Botschaft
  • Araber sollen demnach die "Tür für Freiwillige öffnen"

Der Chef des Islamisten-Terrornetzwerks Al-Kaida, Osama bin Laden, hat in einer Internet-Botschaft zum Heiligen Krieg (Jihad) aufgerufen, um der israelischen Militäroffensive gegen die palästinensische Hamas im Gazastreifen Einhalt zu gebieten. Die Botschaft erschien auf Internetseiten islamistischer Gruppen. Sie ist auf den laufenden islamischen Monat datiert.

Bin Laden verurteilte darin die Regierungen arabischer Staaten, die ihre Bürger daran hinderten, "für die Befreiung Palästinas zu kämpfen". Die Echtheit der Botschaft konnte zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Die Stimme ähnelte aber derjenigen in früheren Botschaften Bin Ladens. Libyen, das derzeit einzige arabische Mitglied des UNO-Sicherheitsrates, hatte die anderen arabischen Regierungen aufgefordert, Freiwilligen die Teilnahme am Kampf der Palästinenser gegen Israel im Gazastreifen zu ermöglichen.

"Ich rufe die Araber auf, die Tür für Freiwillige zu öffnen, die gemeinsam mit den Palästinensern kämpfen wollen", erklärte Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi. Verhandlungen der Araber mit Israel dienten nur "dem zionistischen Programm auf dem Weg zu unserer Unterwerfung", wurde Gaddafi von der amtlichen Agentur JANA zitiert. Israel müsse boykottiert werden, "weil es unser Feind ist". Die arabischen Staaten, die ihre Türe für Israel geöffnet hätten, müssten diese umgehend schließen.

Die US-Regierung bezeichnete indes die neue Audiobotschaft von Osama bin Laden als Zeichen der Isolierung des Al-Kaida-Chefs. Mit der Botschaft bin Ladens solle zudem Geld für das Terrornetzwerk gesammelt werden. Ein Vertreter der US-Antiterrorbehörden sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe keinen Grund daran zu zweifeln, dass bin Laden lebe und bei der Führung der Al-Kaida-Aktionen besonders auf strategischer Ebene eine Rolle spiele.

(apa/red)

14.1.2009 19:14