Mittwoch, 14. Jänner 2009

Kinderhilfswerk UNICEF schlägt Alarm:
Jedes 3. Opfer im Gazastreifen ist ein Kind

  • UNO-Einrichtung appelliert an alle Konfliktparteien
  • Versorgung der Bevölkerung ist stark eingeschränkt

Kinder und Frauen leiden besonders hart unter den anhaltenden Kämpfen im Gazastreifen. Nach Informationen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF wurden bisher bei der israelischen Militäroffensive 952 palästinensische Menschen im Gazastreifen getötet. Darunter waren 292 Kinder (32 Prozent). Unter den 4.260 Verletzten waren 1.497 Kinder und Jugendliche. Nach Angaben der Israelischen Regierung starben durch Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen seit dem 27. Dezember vier israelische Zivilisten, 255 wurden verletzt.

Angesichts der täglich wachsenden Zahl ziviler Opfer appelliert UNICEF eindringlich an die Konfliktparteien, das Blutvergießen zu stoppen und die Zivilbevölkerung aus dem Kreuzfeuer zu nehmen. Beide Konfliktparteien müssen die diplomatischen Bemühungen um eine sofortige Waffenruhe des UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon unterstützen. UNICEF weist gleichzeitig darauf hin, dass die Versorgung der Bevölkerung im Gazastreifen mit sauberem Wasser, Strom, Nahrung und die medizinische Versorgung stark eingeschränkt sind. Das Risiko von Krankheiten und Epidemien wächst. Die Wasserversorgung für eine halbe Million Menschen ist unterbrochen und die Straßen sind voller Müll. Die sogenannten humanitären Waffenpausen reichen nicht aus, um die Bevölkerung zu versorgen. Kinder- und Babynahrung sind nicht mehr zu bekommen. Viele Kinder stehen unter Schock, sind verängstigt und können nicht mehr schlafen, heißt es in der UNICEF-Mitteilung.

Die Hilfsmöglichkeiten für die zehn UNICEF-Mitarbeiter im Gazastreifen sind begrenzt. Trotzdem gelang es ihnen, in den vergangenen drei Tagen 65.000 Flaschen Trinkwasser und Materialien zur Wasseraufbereitung für 5.000 Familien bereitzustellen. Am 10. Jänner übergab UNICEF zwei Generatoren, mit denen die Stromversorgung der Blutbank im Gazastreifen aufrechterhalten werden soll. UNICEF stellte auch Medikamente und Hunderte Erste-Hilfe-Sets zur Verfügung. Während der Kampfpausen organisierte UNICEF Treffen mit Hilfsorganisationen, um weitere Hilfsmaßnahmen vorzubereiten.

(apa/red)

14.1.2009 21:54