Mittwoch, 14. Jänner 2009

Fast 1000 Tote seit Kampfbeginn: Heftige Kämpfe mit Panzern am Boden & aus der Luft

  • Israel: Die meisten Ziele der Offensive seien erreicht
  • Gazastreifen: Schwere humanitäre Katastrophe droht

Die israelische Armee hat ihre Operationen im palästinensischen Gazastreifen fortgesetzt und Hamas-Kämpfern heftige Kämpfe geliefert. Die Luftwaffe griff erneut Ziele im Süden des Küstengebiets an, bei einem Luftangriff in der Stadt Gaza kam mindestens ein Palästinenser ums Leben. Seit Beginn der israelischen Offensive am 27. Dezember wurden annähernd tausend Palästinenser getötet. In Rafah nahe der ägyptischen Grenze flohen nach Angaben der Hilfsorganisation CARE Hunderte Menschen in Panik vor den israelischen Luftangriffen.

Nach Angaben von Augenzeugen waren die Luftangriffe zuletzt zwar weniger intensiv. Die Kämpfe am Boden hielten unvermindert an. Unterstützt von der Luftwaffe drangen israelische Spezialtruppen mit Panzern mehrere hundert Meter in Stadtbezirke Gazas vor. "Die Panzer schießen auf palästinensische Kämpfer, diese antworten mit Raketenwerfern", beschrieb ein AFP-Korrespondent die Lage in Gaza.

Israels Ziele noch nicht erreicht
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, die meisten Ziele der Militäroffensive seien erreicht, "aber wahrscheinlich nicht alle". Regierungschef Ehud Olmert hat nach Angaben eines ranghohen Regierungsbeamten zwei Ziele für die Offensive definiert. Dies sei zum einen, die Beschüsse und den Terror durch die Hamas zu beenden, sagte der Regierungsvertreter dem Nachrichtenportal ynet. Zum anderen solle die militärische Struktur der radikalen islamischen Organisation zerstört werden. Solange diese Ziele nicht erreicht seien, bestehe "keinerlei Druck" zur Beendigung des Militäreinsatzes.

Fast 1000 Tote seit Beginn der Offensive
Seit Beginn der Offensive wurden mindestens 975 Menschen getötet und knapp 4400 verletzt. Olmert beauftragte Sozialminister Yitzhak Herzog mit der Koordinierung der internationalen Hilfslieferungen in den Gazastreifen. Nach UNO-Berichten droht dort eine schwere humanitäre Krise.

(apa/red)

14.1.2009 08:05