Samstag, 17. Jänner 2009

Suche nach den Triebwerken im Hudson:
Vogelschlag-Theorie soll überprüft werden

  • Ermittler befragen den Piloten und seinen Co-Piloten
  • Bush dankt 'Helden vom Hudson' bei Telefongespräch

Nach der spektakulären Rettung von 155 Menschen aus einem notgewasserten Airbus in New York soll heute die Unglücksmaschine geborgen werden. Das Flugzeug hat beide Triebwerke verloren. Taucher der Polizei suchten bis in die Nacht nach den Motoren, die genaueren Aufschluss über die Unfallursache geben sollen. Eisige Temperaturen und heftige Strömung im Hudson River erschwerten die Arbeit.

Ersten Erkenntnissen zufolge war die Maschine kurz nach dem Start am New Yorker Flughafen La Guardia in einen Vogelschwarm geraten. Ein oder mehrere Vögel könnten die Triebwerke beschädigt haben. Kathryn Higgins, eine Sprecherin der Nationalen Verkehrssicherheitsbehörde, sagte: "Ich will nicht darüber spekulieren, was passiert sein könnte." Genauere Erkenntnisse soll die Befragung des Piloten und des Co-Piloten bringen, die laut Higgins auf heute verschoben wurde.

Der 57-jährige Pilot Chesley Sullenberger, ein ehemaliger Kampfflieger mit 40 Jahren Erfahrung im Cockpit, wurde unterdessen von Politikern und Geretteten als "Held vom Hudson" gefeiert. Präsident Bush dankte Sullenberger in einem Telefonat für seinen meisterhaften Einsatz. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg zeichnete ihn mit einem Schlüssel der Stadt aus.

Die Besatzung hatte die Passagiere am Donnerstag nach der Notlandung innerhalb von wenigen Minuten aus der sinkenden Maschine bringen können. Fährschiffe und Rettungsboote nahmen sie auf. Der New Yorker Gouverneur David Paterson sprach vom "Wunder auf dem Hudson".

Die Unglücksmaschine war Freitag früh an einen Pier etwa sechs Kilometer von der Notlandestelle entfernt geschleppt worden. Erste Versuche, den wassergefüllten Airbus zu heben, schlugen fehl.


(apa/red)

17.1.2009 17:53