Freitag, 16. Jänner 2009

"Nation ist sicherer als vor sieben Jahren":
Bush zieht positive Bilanz seiner Amtszeit

  • Aber einige Dinge würde er "heute anders machen"
  • PLUS: Das VIDEO seiner emotionalen Abschiedsrede

In seiner letzten Fernsehansprache als US-Präsident hat George W. Bush seine Politik gerechtfertigt, aber auch Fehler eingeräumt. "Unsere Nation ist sicherer als vor sieben Jahren", sagte der scheidende US-Präsident vor 50 handverlesenen Gästen im Weißen Haus. Im Rückblick würde er jedoch einige Dinge anders machen, sagte Bush, der am kommenden Dienstag von Barack Obama abgelöst wird.

"Sie sind möglicherweise nicht mit einigen den harten Entscheidungen zufrieden, die ich treffen musste", sagte Bush in seiner Abschiedsrede an die Nation. "Aber ich hoffe, Sie stimmen mit mir darin überein, dass ich bereit war, harte Entscheidungen zu treffen." Wie alle Präsidenten vor ihm habe er dabei einige "Rückschläge" hinnehmen müssen, sagte Bush, ohne konkret zu werden. "Es gibt Dinge, die ich anders machen würde, wenn ich dazu die Chance bekäme. Doch ich habe immer nach den besten Interessen des Landes gehandelt. Ich bin meinem Gewissen gefolgt und habe getan, was ich für richtig hielt."

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 habe es mehr als sieben Jahre lang keinen Anschlag mehr in den USA gegeben, rechtfertigte Bush seinen umstrittenen Kampf gegen den Terrorismus. Trotzdem bleibe ein neuer Terrorangriff die größte Bedrohung für das Land. "Unsere Feinde sind geduldig und entschlossen, nochmals zuzuschlagen." Dagegen hätten sich der Irak und Afghanistan mittlerweile zu Demokratien entwickelt. Bush räumte in Anspielung an den Irak-Krieg und die Einschränkung der Menschenrechte im Anti-Terror-Kampf ein, dass man über viele seine Entscheidungen diskutieren könne. "Aber es kann kaum eine Diskussion über die Ergebnisse geben."

"Moment der Hoffnung und des Stolzes"
Zur bevorstehenden Amtseinführung seines Nachfolgers Obama sagte Bush: "Auf den Stufen des Kapitols steht dann ein Mann, dessen Geschichte das unverrückbare Versprechen unseres Landes widerspiegelt." Seine Vereidigung sei "ein Moment der Hoffnung und des Stolzes" für die USA. Der Demokrat Obama wird der erste schwarze Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Sein Vorgänger Bush scheidet als einer der unbeliebtesten US-Präsidenten aus dem Amt. In Umfragen ist sein Zustimmungswert unter 30 Prozent gesunken. Historiker bezeichnen Bushs Bilanz als eine der schlechtesten in der US-Geschichte.
(apa/red)

16.1.2009 14:21