Erste Landtagswahlen unter Rot-Schwarz II:
SPÖ & ÖVP hoffen auf rückenwind aus Wien
- BZÖ wird versuchen, sein Kernland Känten zu halten
- Salzburg & Kärnten: Als "Testwahlen" eher untauglich

In Kärnten und Salzburg finden am 1. März die ersten Wahlen unter der neu aufgelegten rot-schwarzen Bundeskoalition statt. Die Landesparteien hoffen, dass der Rückenwind aus Wien jetzt besser ist als in der Gusenbauer-Molterer-Zeit. Da bescherte die Tiroler Landtagswahl beiden Parteien ein Debakel. In Niederösterreich konnte sich die ÖVP zwar behaupten, aber die SPÖ wurde zerlegt. Von den Verlusten der Großparteien profitierte - wie bei der Nationalratswahl 2008 auch - die FPÖ, nicht aber die Grünen.
Von der nun demonstrativ harmonisch arbeitenden Koalition mit Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Josef Pröll an der Spitze erhoffen sich die Kärntner und Salzburger Landesparteien positivere Impulse. Als "Testwahlen" für die Bundeskoalition taugen beiden Wahlen nicht - liegen doch in beiden Ländern sehr spezifische Gegebenheiten vor.
Kärnten-Wahl
Kärnten ist das einzige Land, dessen Landeshauptmann nicht der SPÖ oder der ÖVP, sondern dem BZÖ angehört. Die Verteidigung des LH-Sessels wurde für die Orangen mit dem Unfalltod Jörg Haiders schwieriger; in den meisten Umfragen liegen sie aber vor der SPÖ. Die ÖVP spielt hier nur eine Rolle als Mehrheitsbringer: Sie fuhr 2004 (mit 11,64 Prozent) das schlechteste Ergebnis ein, das es je für eine Großpartei bei Landes- oder Bundeswahlen setzte.
Salzburg: Traditionell schwarzes Bundesland
Salzburg ist eines der beiden traditionell schwarzen Bundesländer, in dem es unter Schwarz-Blau einen Machtwechsel gab. Die Umfragen - mit sehr guten Werten für LH Gabi Burgstaller - lassen der ÖVP wenig Hoffnung, wieder Erste zu werden.
SPÖ & ÖVP stellen gleich viele Landeschefs
Seit den Machtwechseln in Salzburg und der Steiermark stellt die SPÖ (mit Wien und Burgenland) erstmals in der Zweiten Republik gleich viele Landeschefs wie die ÖVP, nämlich vier. Unter Schwarz-Blau hatte die SPÖ sogar erstmals seit den 70er-Jahren österreichweit mehr Landtagswähler als die ÖVP. Das änderte sich aber schon mit der NÖ-Wahl 2008 wieder. Aktuell steht es 1,715.674 (V) zu 1,610.521 (S).
Das BZÖ kann auf Landtagsebene noch keinen einzigen Erfolg vorweisen; in keinem der drei Länder (Wien, Steiermark, NÖ), wo sie es versuchten, schafften die Orangen den Einzug ins Landesparlament. Nur einmal schnitt es bei einer großen Wahl gut ab - beim NR-Urnengang 2008, als erstmals Parteigründer Jörg Haider selbst Spitzenkandidat war. Das war freilich auch das letzte Mal; im Oktober 2008 verunglückte er schwer alkoholisiert mit dem Auto. Bei der Kärntner Landtagswahl geht es für das BZÖ darum, das einzige Land zu halten, in dem es eine Rolle spielt.
(apa/red)
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