Freitag, 16. Jänner 2009

Rektoren und ÖH formen eine Einheitsfront:
Seltene Allianz fordert höheres Uni-Budget

  • Uni-Personal wird per Mail über Finanznöte informiert
  • Hochschülerschaft ruft Studenten zu Zivilcourage auf

Zu einer ungewöhnlichen Allianz ist es im Streit um das Uni-Budget gekommen: Universitätenkonferenz (uniko) und Hochschülerschaft (ÖH) haben erstmals zu einer gemeinsamen Pressekonferenz geladen. Anlass war der Start einer laut uniko "bisher einmaligen Aktion", in deren Rahmen alle 300.000 Universitätsangehörigen zu einem Eintreten für ein höheres Uni-Budget aufgerufen werden.

Seit Donnerstagnacht werden alle knapp 300.000 Universitätsangehörigen per Mail über die "aktuellen Probleme der Hochschulfinanzierung" informiert wurden. Man habe sich bewusst vor der Präsentation der Budgetzahlen zu dieser Aktion entscheiden, "weil es um Bewusstseinsschaffung geht", so Christoph Badelt, der Vorsitzende der uniko (früher Rektorenkonferenz).

ÖH ruft zu Zivilcourage auf
Die ÖH wolle die Studenten "zu Zivilcourage beim Thema Hochschulfinanzierung aufrufen", so der ÖH-Vorsitzende Samir Al-Mobayyed. Schließlich würden diese schon jetzt unter den schlechten Betreuungsverhältnissen, zu wenig Seminarangeboten, alten Labors und Lehrmitteln und den sich daraus ergebenden Studienverzögerungen leiden. Eine mögliche Streikdrohung wollen sich sowohl ÖH als auch uniko noch aufheben, bis die konkreten Zahlen bekannt sind.

Laut Badelt bräuchten die Unis 400 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr, dazu noch den Ersatz der entfallenen Studiengebühren von 150 Millionen - das entspräche einer Erhöhung um 23 Prozent. Sollte Wissenschaftsminister Hahn, der zuletzt eine Steigerung im "zweistelligen Prozentbereich" angekündigt hat, zehn Prozent gemeint haben, hieße dies abzüglich des Studiengebührenersatzes eine Anhebung von drei Prozent. "Dabei bräuchte es zehn Prozent allein nur zur Inflationsabgeltung", kritisierte Badelt.
(apa/red)

16.1.2009 14:36