"Lassen Sie sich überraschen": Bandion- Ortner als neue Justizministerin angelobt
- BAWAG-Richterin wechselt offiziell in die Regierung
- Rasche Zeremonie: In fünf Minuten war alles vorbei
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Die Richterin Claudia Bandion-Ortner ist als neue Justizministerin angelobt worden. Bundespräsident Heinz Fischer Wissenschaftsminister Johannes Hahn, der das Justizressort seit Dezember interimistisch geleitet hatte, des Amtes und vereidigte Bandion-Ortner als neue Ressortchefin. Begleitet wurde die parteifreie Neoministerin, die von der ÖVP für das Amt nominiert wurde, von Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Josef Pröll, sowie von ihren beiden Schwestern und von Ehemann Andreas Bandion.
Eigentlich hätte die gebürtige Grazerin bereits mit dem restlichen Kabinett Faymann I am 2. Dezember angelobt werden sollen, weil sie das Urteil im BAWAG-Prozess noch fertigschreiben musste übernahm vorerst aber Hahn die Agenden im Justizressort.
Rasche Vereidigung
Nach nicht einmal fünf Minuten war die Zeremonie in der Hofburg bereits vorbei und die Ernennungsurkunden durch Fischer, Faymann und die neue Ministerin unterzeichnet. Der Bundespräsident wünschte Bandion-Ortner noch "alles Gute und viel Erfolg", bevor er sich zu einer knapp 20-minütigen Besprechung mit der Justizministerin und der Regierungsspitze zurückzog.
Neue Rolle "gewöhnungsbedürftig"
Bandion-Ortner, die bei der Angelobung noch leicht nervös wirkte, sagte im Anschluss, ihre neue Rolle sei "noch gewöhnungsbedürftig". Sie freue sich aber sehr über die neue Aufgabe, verkündete die neue Ministerin, und wolle nun "mit voller Kraft voran gehen". Es gelte, ein "anspruchsvolles Regierungsprogramm" und viele eigene Ideen umzusetzen.
"Lassen Sie sich überraschen"
In einer Reihe mit der früheren Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky, die anfangs noch als bunter Vogel gefeiert wurde, bald aber wegen allzu offenherziger Homestories kritisiert wurde, will sich Bandion-Ortner nicht stellen lassen: Wer sie kenne, wisse, dass sie eine engagierte Persönlichkeit sei, die hart und rasch arbeite, betonte die Neoministerin, "lassen Sie sich überraschen".
Demo am Ballhausplatz
Einen ersten Vorgeschmack auf die Herausforderungen ihres neuen Amtes erhielt Bandion-Ortner am Weg zu ihrer Angelobung von einer Handvoll Tierschützer, die am Ballhausplatz für die Abschaffung des "Paragraf 278" demonstrierten. Aufgrund dieser Bestimmung, die die Bildung krimineller Vereinigungen unter Strafe stellt, sind Polizei und Staatsanwaltschaft im Vorjahr gegen Tierschutzaktivisten vorgegangen. Sie fordern nun eine Entschärfung des Gesetzes.
(apa/red)
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