Die Wahrheit im Fall Arigona: NEWS verrät, was wirklich läuft - und wie es weitergeht
- Die drängendsten Fragen zu dem Flüchtlingsmädchen
- Das Schicksal der Familie Zogaj spaltet das Land

·"Rehlein-Augen berühren mich nicht"
NEWS: Fekter bleibt in "Causa Arigona" hart
·Für Zogajs beginnt der Behördenmarsch
Druck von FPÖ und BZÖ. Grüne: "Unmenschlich"
·Asyl-Anträge sind 2008 wieder gestiegen
Erstmals seit Jahr 2002 wieder mehr Ansuchen
Eineinhalb Jahre haben sie einander nicht gesehen, nicht in die Arme genommen, nicht gewusst, ob und wann sie wieder vereint sein würden. Der Vater verschwunden, die Mutter selbstmordgefährdet, die Familie zerrissen und vier Kinder alleine gelassen in einem Land, das immer noch am Abgrund steht.
Seit im September 2007 Tochter Arigona in einem Video mit Selbstmord drohte, sollte sie in den Kosovo abgeschoben werden, ist das Schicksal der Familie Zogaj öffentlich. So öffentlich, dass sogar das Fernsehen dabei war, als sich die Zogajs unter Tränen in die Arme fielen. Arigona feierte ihren 17. Geburtstag, als plötzlich drei ihrer Geschwister bei der Tür hereinspazierten. Geflohen seien sie, berichteten Alfred, 18, Albona, 9, und Albin, 7. Geflohen aus dem Lager in Ungarn, in das sie vor Weihnachten gebracht worden waren, nachdem sie versucht hatten, illegal in die EU einzureisen.
Keine Frage der Fall Arigona bewegt die Gemüter. Die meisten Internetforen mussten bereits geschlossen werden, da die Debatte dort ausartete und Tausende Poster abwechselnd einander und die Zogajs beflegelten. Auch weil vieles in der Causa Arigona weiter unklar ist. NEWS liefert nun die Antworten auf die drängendsten Fragen und verrät, wie es für die Familie wohl weitergehen wird.
Wie kamen die Zogajs überhaupt hierher?
Frühling 2001 im Kosovo. Der Krieg war vorbei, das Land zerstört, Dzevat Zogaj hoffnungslos. Das Haus der Familie lag in Schutt und Asche, wovon er, seine Frau und die fünf Kinder fortan leben sollten, wusste er nicht. Dzevat beschloss, den Lkw einer Spedition, für die er arbeitete, zu verkaufen und den Wagen als gestohlen zu melden. Mit dem Geld, das er dafür bekam, ließ er sich nach Österreich schleppen. Dort stellte er im Mai 2001 einen Asylantrag. Im Mai 2002 wurde dieser abgelehnt; dennoch organisierte Dzevat im September desselben Jahres die Schleppung seiner Familie nach Österreich und stellte auch für sie Asylanträge.
Wie verlief die Flucht der Zogaj-Kinder?
Wenige Tage vor Weihnachten versuchten die Zogaj-Kinder aus dem Kosovo über Serbien mithilfe eines Schleppers illegal in die EU einzureisen. Ihr Pech: An der ungarischen Schengen-Grenze wurden sie von Soldaten aufgegriffen und schließlich in ein Lager bei Debrecen gebracht. Von dort flüchteten sie nun in Richtung Österreich.
Durch Ungarn fuhren sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die für Flüchtlinge gratis benutzbar sind, bis nach Sopron, weiß Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich, die die Zogajs betreut. In Sopron handelten sie mit einem Fahrer einen günstigen Preis aus und ließen sich mit dem Taxi nach Wien bringen, von wo sie mit der Bahn weiter bis nach Attnang-Puchheim fuhren.
Hätten die Zogajs im Kosovo eine Zukunft?
Der jüngste Staat Europas ist auch immer noch der ärmste. Trotz Milliardenaufbauhilfe aus EU-Töpfen fehlen dem Kosovo weiterhin die Perspektiven, die Arbeitslosigkeit ist hoch, Vetternwirtschaft weit verbreitet.
Für die Zogajs scheint ein Neuanfang in ihrer Heimat schwierig, da sie dort kaum noch jemanden kennen, was in einem Land, dessen Wirtschaft immer noch vom weit verzweigten Clanwesen dominiert wird, fatale Folgen hat.
Lesen Sie die ganze Story im aktuellen NEWS 3/09!
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