Cosa Nostra entdeckt das Internet für sich:
"Fan-Clubs" berühmter Mafiosi auf Facebook
- Italiens Staatsanwaltschaft will Ermittlungen einleiten
- Gegenbewegung mobilisiert sich nun auch im Internet

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Die Staatsanwaltschaft von Palermo will Ermittlungen über Facebook-Gruppen mit Tausenden "Fans" der gefährlichsten Mafia-Paten Siziliens in die Wege leiten. Die Staatsanwälte schließen nicht aus, dass prominente Mafiosi die Internetplattform Facebook nutzen könnten, um vor allem unter den Jugendlichen ihre Stellung zu festigen, berichtete die Tageszeitung "La Repubblica".
"Omerta" (Schweigepflicht) nennt sich eine Facebook-Gruppe, die die sizilianische Cosa Nostra rühmt und die seit Jahren gesuchte Nummer eins der Mafia, Matteo Messina Denaro, verherrlicht. In Facebook treffen sich außerdem die Mitglieder des "Provenzano Fan Clubs", Anhänger des inhaftierten Mafia-Paten Bernardo Provenzano.
Dem 1993 verhafteten Toto Riina, jahrelang Nummer eins der Cosa Nostra, ist ein weiterer Facebook-"Fan Club" gewidmet, der 2.228 Mitglieder, mehrheitlich Jugendliche, zählt. "Ich bin die Mafia", schrieb ein junger Anhänger. "Es ist besorgniserregend, dass einige Mafia-Bosse Jugendliche derart faszinieren. Viele glauben, sie seien originell, wenn sie Mafiosi verherrlichen, dabei nähren sie nur den Kult von Mördern", sagte der Staatsanwalt von Palermo, Antonio Ingroia.
Proteste gegen "Anhänger" werden lauter
Auch die Anti-Mafia-Bewegung macht im Internet mobil. 100.000 Unterschriften wurden in Facebook gesammelt, um gegen die "Anhänger" der Mafia-Paten zu protestieren. "Wir lehnen die Mafia ab", lautet das Motto der Gemeinschaft. (apa/red)
