Kurt Kuch über eine Beleidigung namens Westenthaler

Westenthaler ist für die Polizei zuständiger Sicherheitssprecher des BZÖ. Für wie dumm hält er die Wähler?
Peter Westenthaler hat vorgesorgt: Völlig gleichgültig, was im Jahr 2009 innenpolitisch passieren wird Westenthaler wird unter Garantie für Schlagzeilen sorgen. Noch im Jänner steht sein ehemaliger Wahlkampfhelfer Walter Wazzinger Pirchl wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs vor Gericht.
Schon im Frühjahr soll die Berufungsverhandlung zum Vorwurf der falschen Zeugenaussage in der orangen Prügelaffäre, bei der Westenthaler in erster Instanz nicht rechtskräftig zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde, stattfinden.
Und dann gibt es noch den Verdacht der schweren Körperverletzung und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, weswegen Westenthalers Immunität aufgehoben wurde. Er soll einen Polizisten angefahren haben. Auch hier droht eine Anklage.
Und jetzt ermittelt auch noch das Büro für Interne Angelegenheiten, ob es in der Wiener Polizei eine undichte Stelle gab, die Westenthaler Informationen über parteiinterne Gegner zugespielt hat. Westenthaler geht mit markigen Law-&-Order-Parolen auf Stimmenfang, pudelt sich nur allzu gerne als selbst ernannter Schutzpatron der Polizei auf. Zu Westenthaler und zu seinen politischen Inhalten kann jeder stehen, wie er will. Objektivieren lässt sich aber eines: dass er das heimische Wahlvolk für höflich formuliert besonders schlicht halten muss.
Sesselkleber Westenthaler. Denn nicht anders lässt es sich erklären, dass Westenthaler den für die Polizei zuständigen BZÖ-Sicherheitssprecher mimt, als wäre nichts geschehen. Dabei reicht schon allein die Erwähnung seines Namens, um die Assoziation Es gilt die Unschuldsvermutung auszulösen.
Bitte, Herr Westenthaler: Klammern Sie sich an Ihr Nationalratsmandat, die dazugehörige Immunität, die vor Strafverfolgung schützt, und die 8.160 Euro Monatsgage. Aber beleidigen Sie nicht die Wähler, indem Sie Polizeisprecher spielen. Das wirkt nur mehr peinlich.
