Freitag, 9. Jänner 2009

Wirtschaftsschaden bei Schlafstörungen:
Hohe Kosten durch Produktivitätsrückgang

  • Studie zeigte Verlust von einem Prozent des BSP
  • Nur ein Bruchteil für Arztkosten und Medikamente

Schlafstörungen verursachen weit größere volkswirtschaftliche Schäden als bisher bekannt. Eine kanadische Studie zeigt, dass die direkten Behandlungskosten durch Arztbesuche und Medikamente nur einen Bruchteil der tatsächlichen finanziellen Last ausmachen. Wesentlich stärker wirkt sich dagegen die verminderte Produktivität der Betroffenen im Berufsleben aus.

Die Untersuchung von rund 950 Erwachsenen ergab, dass Schlafstörungen allein in der Provinz Quebec jährlich Kosten in Höhe von 6,5 Milliarden kanadischen Dollar (umgerechnet etwa 3,9 Milliarden Euro) verursachen. Das entspricht etwa einem Prozent des Bruttosozialprodukts der Provinz im Jahr 2002.

Bruchteil für Arztkosten
Davon entfallen lediglich 85 Millionen Dollar auf Arzthonorare und weitere 16,5 Millionen auf den Kauf von Schlafmitteln. Weit mehr ins Gewicht fallen die Kosten für den Kauf von Alkohol, den viele Befragte ebenfalls zur Schlafförderung konsumieren. Die dafür anfallenden 340 Millionen Dollar rechneten die Wissenschaftler aus Quebec City im Fachblatt "Sleep" ebenfalls zu den direkten Kosten.

Die indirekten Kosten schlagen jedoch wesentlich stärker zu Buche. Allein die verminderte Produktivität der übermüdeten Betroffenen beziffern die Wissenschaftler auf fünf Milliarden Dollar und damit gut drei Viertel der gesamten Kosten. Dies entspricht bei Menschen mit ausgeprägter Insomnie einem jährlichen Ausfall von fast 27 Tagen, bei Menschen mit leichteren Schlafstörungen von etwa sechs Tagen.

Fehlzeit gering
Die tatsächlichen krankheitsbedingten Fehlzeiten sind im Vergleich dazu gering: Sie machen demnach bei Insomnie-Patienten im Mittel 4,4, Tage aus. Dennoch verursachen auch die Fehlzeiten einen jährlichen Verlust in Höhe von knapp einer Milliarde kanadischen Dollar.

Bei gut der Hälfte der befragten 948 Teilnehmer stuften die Wissenschaftler den Schlaf als problemlos ein. Bei fast einem Drittel diagnostizierten sie Schlafstörungen, gut 15 Prozent litten demnach an ausgeprägter Insomnie.
(apa/red)

9.1.2009 13:46