Freitag, 9. Jänner 2009

Jeder Zweite sorgt sich um Lebensstandard:
Ein Drittel fürchtet seine Arbeit zu verlieren

  • Nur 17 Prozent sehen wirtschaftliche Zukunft positiv
  • Österreicher sind nicht zu sozialen Einbußen bereit

Mehr als jeder zweite Österreicher fürchtet um den derzeitigen Lebensstandard, sollte die heimische Wirtschaft nicht mehr wachsen. Ein knappes Drittel der Bevölkerung sorgt sich um Arbeitslosigkeit in der eigenen Familie. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor.

IMAS hat im November und Dezember 1.235 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählte Personen befragt. 51 Prozent glauben, dass der aktuelle Lebensstandard ohne weiteres Wirtschaftswachstum nicht zu halten sei. Lediglich 17 Prozent glauben an das Gegenteil. Besonders große Zweifel hegen Maturanten und Akademiker (62 Prozent) sowie leitende Angestellte und Beamte (60 Prozent), also die Angehörigen der sozialen Führungsschichten.

Angst vor Arbeitslosigkeit
Immerhin 31 Prozent der Österreicher halten es für möglich, dass sie selbst oder Angehörige von Arbeitslosigkeit betroffen sein könnten. 41 Prozent schließen das aus, die restlichen 28 Prozent wagten keine konkrete Antwort. 4 Prozent dieser Gruppe mussten bekennen, bereits selbst arbeitslos zu sein, berichteten die Meinungsforscher. Am stärksten ausgeprägt ist die existenzielle Verunsicherung bei Arbeitern, am wenigsten besorgt sind Maturanten und Akademiker sowie Selbstständige und Landwirte.

Keine Bereitschaft zu sozialen Einbußen
Trotz eines skeptischen Blicks in die Zukunft sei in der Bevölkerung vorerst keine nennenswerte Bereitschaft zu erkennen, mit "sozialer Askese" zur Sanierung der tristen Wirtschaftslage beizutragen, so IMAS. Wie das Institut bereits berichtete, wird das brauchbarste Rezept gegen die Krise vor allem in der Verhinderung von Missbräuchen des Wirtschaftssystems, in einem sparsamen Umgang mit Steuermitteln sowie in der finanziellen Entlastung von Klein- und Mittelbetrieben und der Bürger gesehen, nicht aber in sozialen Abstrichen. (apa/red)

9.1.2009 12:39