Sonntag, 11. Jänner 2009

Weg frei für russisches Gas nach Europa:
Kiew besiegelt mit Unterschrift Gasstreit-Ende

  • Neues Abkommen von beiden Seiten unterzeichnet
  • Internationale Kontrolle der Gaslieferungen geregelt

Die Ukraine hat das Abkommen für den Transit russischen Gases unterzeichnet und damit den Weg für die Wiederaufnahme der Gaslieferungen nach Europa frei gemacht. Das sagte die ukrainische Ministerpräsidentin Timoschenko nach Gesprächen mit dem tschechischen EU-Ratspräsidenten Topolanek. Zuvor hatte auch Russland das Abkommen unterzeichnet, das internationale Gas-Kontrolleure vorsieht.

Die Vereinbarung regelt die internationale Kontrolle russischer Gaslieferungen an den Westen. Die Beobachter sollen feststellen, wie viel russisches Gas an die Ukraine geliefert und wie viel davon nach Europa weitergeleitet wird.

"Das Gas dürfte wieder fließen, wenn alle Beobachter auf ihren Plätzen sind. Das müsste im Verlauf der nächsten 36 Stunden der Fall sein", sagte Topolanek in Kiew. Nach Schätzungen der Brüsseler EU-Kommission benötigt das Gas aus Russland gut drei Tage, um bei den europäischen Verbrauchern anzukommen.

EU als Vermittler
Russland hatte zuvor erklärt, es wolle erst dann Gas durch die Ukraine pumpen, wenn auch Kiew unterschrieben hat und die Experten ihre Arbeit begonnen haben. Zur Beilegung des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine war eine EU-Delegation unter Führung des tschechischen Regierungschefs Topolanek in Kiew mit Timoschenko zusammengetroffen.

Streit über höhere Preise
Der Streit über höhere Preise hatte die Versorgung Europas mit russischem Gas in den vergangenen Tagen so schwer beeinträchtigt wie noch nie zuvor. Die russisch-ukrainischen Verhandlungen über die Höhe des Gaspreises stocken derzeit. Der ukrainische Energiekonzern Naftogaz erklärte am Samstag, bei Gesprächen in Moskau sei keine Einigung erzielt worden. Die Verhandlungen müssten nun auf höherer Ebene geführt werden. Die Ukraine könne den von dem russischen Staatsmonopolisten Gazprom geforderten Preis von 450 Dollar je 1000 Kubikmeter nicht akzeptieren. Naftogaz will nur 201 Dollar zahlen.

Wegen des Streits um höhere Preise hatte Russland der Ukraine an Neujahr den Gashahn zugedreht und später den Gastransit durch den Nachbarstaat völlig gestoppt. Dies führte zu massiven Lieferausfällen in Europa.

(apa/red)

11.1.2009 11:48