Heiße Phase im russisch-ukrainischen Gas- Streit: 100.000 müssen unterdessen frieren
- Nun auch Polit-Hickhack zwischen Russland und EU
- Putin gibt EU Schuld am Scheitern der Verhandlungen

·100.000 Haushalte in Bosnien ohne Heizung
Auch in Serbien müssen rund 80.000 Leute frieren
·Gasleitung Moskau-
Wien bleibt weiter leer
Trotz Lieferausfall bleibt Versorgung aufrecht
·Eigene Versorgung mit Energie notwendig
Rufe nach Ausbau der Wasserkraft werden laut
·Putin demonstriert
im Gasstreit Härte
Kiew soll Lieferungen an
EU unterbrochen haben
·Gas vor allem an
Industrie und E-Werke
Haushalte benötigen
nur knapp ein Fünftel
·GRAFIK: Die Routen der Gasversorgung
Russische Energie für den europäischen Markt
·GRAFIK: Verbrauch von Gas in Österreich
Der Anteil von Industrie und privaten Haushalten
·Bulgarien: Drastische Sparmaßnahmen
Täglicher Verbrauch soll nun fast halbiert werden
Im Gaspoker zwischen Moskau und Kiew verhindert ein Streit über die Entsendung von EU-Kontrolleuren ein schnelles Ende des Energienotstands in Teilen Europas. Der Chef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller, hatte nach Verhandlungen mit den Ukrainern zunächst eine Wiederaufnahme der gestoppten Lieferungen im Transit durch die Ukraine nach Westeuropa in Aussicht gestellt. Dann die Wende: Nach Angaben der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft haben die Russen den Vorschlag abgelehnt.
Die EU-Beobachter sollen in der Ukraine den Gastransit in Richtung Westen überwachen, sie sollen schon heute ihre Arbeit aufnehmen. Die EU sah ihre Vermittlungsbemühungen ansonsten vorerst als erschöpft an. Russlands Regierungschef Wladimir Putin gab der EU-Kommission sogar die Schuld am vorläufigen Scheitern einer Lösung.
Hunderttausende müssen frieren
Auch am Donnerstag war erneut ein Dutzend europäischer Staaten von russischem Gas weitgehend abgeschnitten. Die Ukraine und Russland schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, wer für den beispiellosen Komplettausfall der Gasversorgung verantwortlich ist. 80 Prozent des Gases aus Russland kommt über die Ukraine in die Europäische Union. Sehr schwierig ist die Lage in Südosteuropa, da hier viele Staaten fast zu 100 Prozent von den Gaslieferungen abhängig sind. In Serbien und Bulgarien froren Hunderttausende in ihren Wohnungen. Viele Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Industriebetriebe mussten ihre Produktion herunterfahren.
(apa/red)

